Bundesliga

Hübners Rückkehr ist Unions Glück

Bei Union ist Hübner im Spiel gegen Köln erster Ersatzkandidat für Schlotterbeck. Und er kaschiert ein kleines Problem beim Aufsteiger.

Mit vollem Einsatz stemmt sich Unions Innenverteidiger Florian Hübner (Mitte) gegen den Schalker Ozan Kabak. Neven Subotic (r.) hilft.

Mit vollem Einsatz stemmt sich Unions Innenverteidiger Florian Hübner (Mitte) gegen den Schalker Ozan Kabak. Neven Subotic (r.) hilft.

Foto: nordphoto/Mauelshagen via www.imago-images.de / imago images/Nordphoto

Berlin. Florian Hübner lacht wieder. Das tut er zuweilen öfter, ist der Profi des 1. FC Union doch ein durchaus freundlicher Mensch. Doch in den ersten Dezembertagen wirkt Hübner noch ein wenig zufriedener als in den Wochen und Monaten zuvor.

Das hat einen Grund. Endlich ist der 28-Jährige auch mit Union in der Bundesliga angekommen. Die 63 Minuten gegen Schalke 04 am Freitag vor einer Woche waren seine ersten Erstliga-Minuten für den Aufsteiger aus Köpenick. Und sie beendeten eine lange Wartezeit, die für Hübner vor allem eines abverlangte: Geduld.

„Du steigst auf, willst von Anfang an wieder dabei sein, und nach drei, vier Tagen fällst du aus“, erzählt Hübner noch einmal vom Beginn der Saisonvorbereitung, als ein Zweikampf mit Grischa Prömel den Innenverteidiger außer Gefecht setzte. Knieverletzung statt Konkurrenzkampf. „Die Jungs trainieren draußen und du sitzt im Fitnessraum – das hat natürlich wehgetan“, sagt Hübner.

Hübner fehlt es noch an Wettkampfpraxis

Am Sonntag (15.30 Uhr) gilt der gebürtige Wiesbadener als Kandidat für die Startelf, die gegen den 1. FC Köln in der Alten Försterei den vierten Heimsieg in Folge einfahren soll. Hübner ist fit, wie er selbst sagt: „Von der Kraft ist wieder alles bei hundert Prozent, anders lässt man uns gar nicht erst zurück ins Training.“

Es waren harte Wochen, bis er wieder auf dem Platz seine Runde drehen, mit der Mannschaft trainieren, im Testspiel gegen Dresden (0:0) im Oktober erste Spielpraxis sammeln und schließlich auf Schalke seine Rückkehr feiern konnte. Als letzter der Aufstiegshelden vom Mai.

Auch wenn man ihm nach fast fünf Monaten die fehlende Wettkampfpraxis noch anmerken konnte, überwog bei Hübner die Freude, „endlich mal wieder Einsatzzeit zu bekommen“. Wohl wissend, dass seine Rückkehr vielleicht nicht ganz so geplant war, wie sie dann abgelaufen ist.

Union Berlin und sein Abwehrproblem

„Man wünscht sich schon, zu spielen, aber reinzukommen, weil sich ein Spieler verletzt, das ist schon bitter. Das tut mir auch leid für Keven“, zeigt Hübner Mitgefühl mit seinem Teamkollegen Keven Schlotterbeck. Der aus Freiburg ausgeliehene Abwehrspieler zog sich auf Schalke eine Bänderverletzung im rechten Knie zu.

Im Sommer war es Schlotterbeck, der von Hübners Ausfall profitiert und sich zu einer festen Größe in der neuen Dreierabwehrkette gemausert hatte. Nun kann Hübner seinen Nutzen aus der Verletzung Schlotterbecks ziehen. Zugleich kaschiert der Rückkehrer auch ein kleines Personal-Problem, das erst durch die Umstellung von zwei auf drei zentrale Verteidiger aufgeworfen wurde.

Der 33-Mann-Kader der Köpenicker weist zwar sieben nominelle Innenverteidiger auf. Doch bislang haben sich Akteure wie Nicolai Rapp oder Lennart Maloney, ja selbst Union-Oldie Michael Parensen nicht als dauerhafte Alternativen für Schlotterbeck, Neven Subotic oder Marvin Friedrich empfehlen können.

Hübner kennt die Dreierkette aus Hannover

Mit Hübner kann nun also nicht nur ein erfahrener Innenverteidiger die Lücke schließen, sondern auch einer, der sich mit beiden System bestens auskennt. „Dreierkette ist eigentlich kein Problem für mich“, antwortet der Union-Profi ohne zu zögern, ob ihm die Umstellung von der Viererkette irgendwelche Sorgen bereitet.

Er erinnert an seine Zeit bei Hannover 96 (2016 bis 2018), „da hatten wir in der Zweiten Liga auch mit Viererkette, dann nach dem Aufsteig mit der Dreier- bzw. Fünferkette gespielt. Und wenn du das einmal drin hast, verlernst du das nicht so schnell“, macht Hübner deutlich.

Urs Fischer freut dies, auch wenn der Trainer eine nahezu logische Rückkehr Hübners in die Anfangsformation nicht sofort bejahen will – was der Schweizer bei keinem seiner Spieler tut, Torwart Rafal Gikiewicz vielleicht ausgenommen.

Hübner ist bereit für Union Berlin

„Ob es für das Wochenende reicht, werden wir sehen. Ich glaube, jede Minute, die er bekommt, tut ihm gut“, ist sich Fischer sicher, „für mich ist entscheidend, dass er gegen Schalke bereit war und sich auch unter der Woche entsprechend verhalten hat.“

Dass Hübner, der im Aufstiegsjahr in 28 der 34 Zweitliga-Spiele von Beginn an auf dem Platz gestanden hatte, auch gegen Köln bereit sein wird, davon ist ohne Zweifel auszugehen.

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