Mitgliederversammlung

Union zwischen Euphorie und Momentaufnahme

Aufsteiger Union erwartet nach dem Höhenflug der vergangenen Wochen eine stimmungsvolle Mitgliederversammlung in der Verti Music Hall.

Union-Trainer Urs Fischer weist seiner Mannschaft den richtigen Weg.

Union-Trainer Urs Fischer weist seiner Mannschaft den richtigen Weg.

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Berlin. Für Urs Fischer wird es die zweite Mitgliederversammlung sein, die er als Trainer des 1. FC Union miterlebt. Und doch hält sie nicht nur für den Schweizer, sondern für jeden Anwesenden am Mittwochabend eine Neuerung bereit.

Mit dem Sprung in die Bundesliga verlässt der Verein Köpenick, um die Mitglieder über die Etatzahlen und die Entwicklung des Klubs zu informieren. Der Aufsteiger zieht für einen Abend in die Verti Music Hall nahe der Mercedes-Benz Arena.

Bis zu 4500 Besucher finden darin Platz – Union erwartet angesichts der auf rund 33.000 Mitglieder gestiegenen Größe des Vereins und der Erfolge der Profis in den vergangenen Wochen ein großes Publikum.

Unions Fans feiern immer noch die Stadtmeisterschaft

Die Begeisterung nach vier Siegen in der Bundesliga in den vergangenen fünf Spielen – darunter das 1:0 gegen den Lokalrivalen Hertha BSC, das die Fans immer noch mit „Stadtmeister, Stadtmeister, Berlins Nummer eins“ besingen – dürfte groß sein. Fischer und seine Mannschaft sollten sich auf viel Euphorie einstellen.

Trainer Fischer ist sich sicher, dass seine Spieler den Zuspruch ohne Zweifel genießen werden, jedoch selbst nicht zu viel Euphorie mit in die kommende Aufgabe bei Schalke 04 (Freitag, 20.30 Uhr, Sky) nehmen werden. „Wir können das alle richtig einschätzen“, sagte Fischer: „Die Mitgliederversammlung wäre aber auch entsprechend, wenn wir nicht gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen hätten.“

Das 2:0 gegen den Spitzenreiter der Bundesliga kann schon zu Träumereien verführen. In Zahlen dokumentiert, heißt dies: Als Tabellenelfter hat Union bereits fünf Punkte zwischen sich und Relegationsplatz 16 gelegt, das Polster zu den direkten Abstiegsplätzen beträgt sogar neun Punkte. Dafür fehlen bis zu den Europa-League-Rängen nur noch vier Zähler.

Union Berlin befindet sich auf dem richtigen Weg

Irrwitzigen Europapokal-Fantasien schiebt Fischer jedoch völlig zu Recht sogleich einen Riegel vor. „Solche Gedanken – unmöglich. Nein, das ist nicht die Denkweise.“ Es gebe überhaupt keinen Grund euphorisch zu werden. „Es wäre auch falsch, so zu denken, sonst bist du sehr schnell wieder auf dem Boden“, so Fischer.

Gleichwohl machte der Coach deutlich, dass es nach den vier Niederlagen am Stück im September und Oktober „wichtig ist, nun eine Erfolgsserie zu haben. Das tut dem Selbstvertrauen gut und dem Lernprozess, in dem wir uns befinden. Es gibt dir auch eine gewisse Zuversicht.“

Insofern darf das Tabellenbild für Fischer und die Mannschaft als Bestätigung dafür angesehen werden, sich auf dem richtigen Weg zu befinden. „Es ist eine schöne Momentaufnahme. Sie soll dir Vertrauen geben, dass du vieles richtig machst“, erklärte Fischer.

Union Berlin ist Spitzenreiter

Ein nicht unwesentlicher Faktor, durch den Union den Negativtrend hatte ablegen können, ist die Ruhe im Umfeld des Vereins. „Wir konnten konzentriert weiterarbeiten, das zahlt sich auch mal aus“, sagte Fischer.

Und wie: Union ist mit zwölf Punkten und 9:4 Toren in den fünf Spielen seit der Länderspielpause im Oktober die beste Mannschaft der Liga. Eine Entwicklung, an die vor einigen Wochen wohl nur die allergrößten Optimisten geglaubt haben.

Fischer sieht darin für sich und seine Mannschaft einen klaren Auftrag: „Jetzt werden wir wieder gefordert sein, um nicht den Weg zu ändern, den wir eingeschlagen haben. Wir wissen, wo wir uns platzieren müssen, wo wir hingehören in der Meisterschaft. Im Moment sieht es nicht schlecht aus. Umso wichtiger ist es, auch in dieser Phase die Ruhe zu bewahren.“

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