Bundesliga

Trainer Fischer ist Unions Derby-Spezialist

Trainer Urs Fischer hat Union in wenigen Wochen fit für die Bundesliga gemacht. Und er hat einen Plan für einen Derbysieg gegen Hertha.

Union-Trainer Urs Fischer gibt Angreifer Marius Bülter Anweisungen.

Union-Trainer Urs Fischer gibt Angreifer Marius Bülter Anweisungen.

Foto: Joachim Sielski / picture alliance / Sielski-Press

Berlin. „Ein Derby ist ein Derby, und ein Stadtderby ist noch ein bisschen spezieller.“ Der Satz, der in der Nähe eines jeden Phrasenschweins verdächtig zahlungspflichtig klingt, stammt von Urs Fischer. Doch der Trainer des 1. FC Union weiß genau, wovon er redet.

Auch wenn das Bundesliga-Derby gegen Hertha BSC am Sonnabend (18.30 Uhr, Alte Försterei) für ihn wie für den Köpenicker Erstligisten eine Premiere darstellt – Fischer weiß genau, wie Derby geht. Und es ist diese Erfahrung, die Union behilflich sein kann, um den ersten Heimsieg in einem Pflichtspiel gegen den Lokalrivalen einzufahren.

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Allein als Spieler stand Fischer als Innenverteidiger des FC Zürich in 23 Duellen gegen die Grasshoppers Zürich auf dem Platz. Auch wenn es für ihn zwischen 1995 und 2003 nur vier Siege zu feiern gab (fünf Remis, 14 Niederlagen), so manifestierte sich bei ihm doch jene Einstellung, die er von seinen Spielern nun gegen Hertha einfordert.

Union-Trainer Fischer wirkt als Ruhepol

„Es wird wichtig sein, eine gute Mischung zu finden aus Aggressivität und Coolness, weil beide Mannschaften alles daran setzen werden zu gewinnen“, sagt Fischer. Nach seiner aktiven Karriere, als Co- und Cheftrainer des FC Zürich, wusste er den Profis diese Mischung zu vermitteln. Von jenen zwölf Züricher Derbys, die Fischer von der Seitenlinie aus erlebte, konnte er mit dem FCZ sieben gewinnen (ein Remis, vier Niederlagen).

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Vor dem Hertha-Spiel wirkt Fischer wie so oft in den vergangenen Wochen und Monaten als Ruhepol für seine Profis. Damit hat er Union schon durch die verrückte Zweitliga-Saison manövriert, ebenso durch die Relegationsspiele gegen den VfB Stuttgart. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten auch durch die ersten Bundesliga-Wochen, wie die Auftritte gegen den SC Freiburg und auch beim FC Bayern gezeigt haben.

Für das Topspiel gegen Hertha gibt er seiner Elf folgendes mit auf den Weg: „Wenn du überdrehst, kommt das nicht gut, aber einschlafen solltest du auch nicht. Ein Spiel geht nicht immer nur über den Kampf, sondern auch darüber, ob du spielerische Lösungen findest oder nicht.“

Union-Coach Fischer kündigt Umstellungen an

Sicher ist, dass die Mannschaft dem Plan ihres Trainers wieder folgen wird, so wie sie es seit seinem Amtsantritt im Sommer 2018 tut. Weil es Fischer auch trotz des großen Kaders von 33 Spielern immer wieder gelingt, Härtefälle oder Rotationen gut zu moderieren.

Für das Pokalspiel in Freiburg (3:1) tauschte er sechs Spieler gegenüber der knappen Niederlage in München (1:2) aus. Auch vor dem Spiel gegen Hertha „gehe ich davon aus, dass ich umstelle. Aber für mich ist das nicht wertend. Die Elf, die auf dem Platz steht, ist die beste Elf für dieses Spiel“, erklärt der Schweizer. Damit holt er alle Spieler mit ins Boot, selbst wenn sie nur auf der Bank oder der Tribüne sitzen sollten.

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Viele Möglichkeiten, noch irgendwelche taktischen Feinheiten einzustudieren, gab es durch die Pokalwoche nicht. Es galt, die Spieler bei Laune zu halten, um sie dann am Sonnabend von der Leine zu lassen. „Ich hoffe, das die Jungs uns nicht benötigen, um bei Laune zu bleiben“, hofft Fischer.

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Unions Profis sind fit für das Derby

Regeneration sei nun enorm wichtig gewesen, „wir haben sehr viel aufgewendet, auch durch die Reisestrapazen“, macht Fischer deutlich. Von München direkt nach Freiburg zu reisen, wertet er als „tolle Entscheidung“. Seine Spieler hätten bei den Trainingseinheiten „fit ausgesehen“. Am Freitag gab es nochmal eine letzte Einheit, um „eine Intensität auf den Platz zu bekommen“, so Fischer: „Und dann musst du bereit sein.“

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Mannschaften des Trainers Urs Fischer oft bereit gewesen sind für ein Derby.

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