Bundesliga

Union braucht mehr Schwung über die Flügel

Union muss sein Spiel auf den Außenbahnen verbessern, soll in Wolfsburg die Negativserie gestoppt werden. Leichter gesagt als getan.

Sheraldo Becker (l.) soll das Spiel auf Union rechter Seite beleben.

Sheraldo Becker (l.) soll das Spiel auf Union rechter Seite beleben.

Foto: RHR-FOTO / Dennis Ewert / picture alliance / RHR-FOTO

Berlin. Als Aufsteiger in die Bundesliga, noch dazu im Premierenjahr, gleich als Tormaschine zu gelten, das hat wohl niemand vom 1. FC Union erwartet. Doch die bislang sechs erzielten Tore in sechs Spielen dürfen als ausbaufähig bezeichnet werden.

Es ist das Offensivspiel im Allgemeinen, das bei den Köpenickern ausbaufähig ist. Sicher, als Liga-Neuling versucht man zunächst, vor allem den eigenen Kasten sauber zu halten und agiert zumeist aus einer erhofft stabilen Defensive.

Eigene Angriffe sollen oft aus Ballgewinnen und schnellem Umschaltspiel generiert werden. Und genau hier muss Union wieder einen Gang hochschalten, wenn am Sonntag im Spiel beim VfL Wolfsburg (15.30 Uhr, Sky) die Negativserie von drei Niederlagen in Folge enden soll.

Kraftpaket Bülter wirkt überspielt

Das erscheint trotz des großen Kaders von 33 Profis leichter gesagt als getan. Denn ausgerechnet auf den Außenbahnen lässt Union derzeit ein wenig die Flügel hängen.

Auf der linken Seite scheint Marius Bülter derzeit ein wenig überspielt, wie es so schön heißt. Unions Aufsteiger unter den Aufsteigern startete fulminant in sein erstes Bundesliga-Jahr. Seine beiden Tore gegen Borussia Dortmund bedeuteten den ersten Sieg für Union im Oberhaus, einen, den in dieser Art keiner erwartet hatte.

Doch man darf auch nicht vergessen: Bülter kickte vor rund eineinhalb Jahren noch in der Regionalliga für den SV Rödinghausen. Da ist es nur verständlich, dass die Leistungskurve auch mal etwas nach unten zeigt. Zumal Bülter zuletzt mit aller Kraft beweisen wollte, dass sein Auftritt gegen Dortmund keine Eintagsfliege gewesen ist.

Gogia hat Operation gut überstanden

Zuletzt gegen Frankfurt holte Trainer Urs Fischer Bülter vorzeitig vom Feld und brachte Joshua Mees. Der habe seine Sache gegen die Eintracht „nicht schlecht gemacht und einiges probiert“, lobte Fischer. Doch Mees gelang es bislang nicht, Bülters Status ernsthaft zu gefährden.

Fischer weiß um die Schwierigkeit für Mees, dessen Leistungen im Training der Coach zwar lobt, „aber wenn ein Spieler nicht so viel Einsatzzeit bekommt, kann er sich eben auch nicht so oft oft zeigen“.

Ähnliches gilt für die rechte Seite. Dort war es Akaki Gogia, der sich lange nicht von Beginn an zeigen konnte. Und als es gegen Frankfurt endlich so weit war, zog sich der Offensivspieler ohne Fremdeinwirkung einen Kreuzbandriss zu, ein halbes Jahr Pause inklusive.

Becker nimmt den nächsten Anlauf

Gogia ist inzwischen operiert und hat den Eingriff gut überstanden. „Ich habe mit ihm am Telefon gesprochen, und er wirkte schon wieder zuversichtlich, weil er wieder ein Ziel vor Augen hat“, erklärte Fischer.

Gogia hatte gegen Frankfurt zunächst Sheraldo Becker ersetzt. Der Niederländer verfügt zwar über eine enorme Schnelligkeit, doch gerade gegen Bremen und in Leverkusen fand Becker wenig bis gar nicht statt im Union-Spiel.

Dass ausgerechnet Becker den Anschlusstreffer durch Anthony Ujah gegen Frankfurt vorbereitete und auch sonst die Hoffnungen auf ein Remis gegen die Eintracht weckte, zeigt: Die Botschaft, die Fischer ihm mit der Verbannung aus der Startelf mitgegeben hatte, scheint angekommen zu sein.

Abdullahi nach Knieverletzung noch nicht richtig fit

In Wolfsburg dürfte Becker wieder erste Wahl sein, auch weil sich keine Alternativen aufdrängen. Suleiman Abdullahi wäre eine. Doch der Nigerianer laboriert seit Wochen an einer Knieverletzung. Zwar stand Abdullahi, in der Vorsaison Stammkraft auf der Außenbahn, zuletzt wieder im Training auf dem Platz.

Für eine Rückkehr in die Startelf gegen Wolfsburg „könnte es aber knapp werden“, machte Fischer nur wenig Hoffnungen.

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