Bundesliga

Sheraldo Becker bringt Union auf Touren

Unions neue Flügelspieler Becker soll das Tempo beim Aufsteiger erhöhen. Ratschläge holt er sich von seinem Cousin bei Hertha BSC.

Sheraldo Becker will bei Union jede Hürde meistern.

Sheraldo Becker will bei Union jede Hürde meistern.

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Bad Saarow. Nein, in der letzten Gruppe wollte er die abschließende Runde beim Intervalllauf nicht beenden. Also legte Sheraldo Becker kurzerhand am Ende der fast zweistündigen Trainingseinheit im Waldstadion von Eintracht Reichenwalde einen kurzen Sprint hin. Schon war er wieder mittendrin im Läuferpulk.

Der Niederländer, neu in Diensten des 1. FC Union, ist vielleicht der wichtigste Transfer des Bundesligisten mit Blick auf die fußballerische Entwicklung, die die Mannschaft von Trainer Urs Fischer nehmen will, ja muss. Becker entstammt der berühmten Fußballschule von Ajax Amsterdam.

Soll heißen: Becker weiß mit dem Ball umzugehen, das zeigt er im Kurztrainingslager des Aufsteigers in Bad Saarow beim Einstudieren von Umschaltmomenten. Hinzu kommt seine Schnelligkeit, ein weiteres wichtiges Kriterium für eine Mannschaft, die aus einer geordneten Defensive zu schnellen Kontern ansetzen will.

Unions Flügelspieler hat vier Jahre Vertrag

Beckers Qualitäten sind natürlich auch anderen Klubs nicht verborgen geblieben. Und dass sein Vertrag beim niederländischen Erstligisten Ado Den Haag auslief, machte ihn noch einmal begehrter. Dass sich der Offensivmann für Union entschied, hatte einen einfachen Grund: die Bundesliga.

„Die Bundesliga hat in meinen Augen den besten Wettbewerb, neben der Premier League natürlich“, erklärte der Niederländer. Einen Wettbewerb, dem er sich stellen will.

Vier Jahre hat Becker bei Union unterschrieben, der Vertrag gilt für die Bundesliga und die Zweite Liga. Im heutzutage rasanten Profigeschäft eine recht lange Laufzeit, die es Union im Fall der Fälle ermöglicht, eine Transfereinnahme zu erzielen.

Becker staunt über das hohe Niveau

Bis dahin will der gebürtige Amsterdamer Union auf dem Weg zum Klassenerhalt helfen. Und schon nach den ersten Einheiten unter Trainer Urs Fischer stellt er einen signifikanten Unterschied zu den ersten Trainingstagen in den Niederlanden fest.

„Wir haben auf einem hohen Niveau begonnen und versuchen, das auch in jedem Training zu halten“, erklärte Becker, „in den Niederlanden steigern wir uns von Schritt zu Schritt.“ Eine Veränderung, die er gern annimmt. „Nur meine Beine sind etwas müde, aber ich habe es mir ja so ausgesucht“, so Becker.

Im Grunde wusste er schon, was auf ihn zukommen würde. Schließlich hatte er sich bei seinen Landsleuten in der Bundesliga erkundigt. Bei Joshua Brenet von der TSG Hoffenheim zum Beispiel. Auch beim Frankfurter Jetro Willems. Oder bei Javairo Dilrosun von Hertha BSC – seinem Cousin.

Becker ist Unions dritter Niederländer

„Die Vorbereitung ist hart, du musst gesund und fit bleiben“, hatte ihm Dilrosun mit auf den Weg gegeben, berichtete Becker. Sogar in seine Gegend zu ziehen, hatte ihm der Cousin vorgeschlagen, mit dem Becker, wie er selbst sagte, sich sehr gut versteht und auch Urlaube verbringt. „Aber das ist dann doch zu weit weg.“ Für ihn und seine Freundin Kelly Loef sucht er eine Bleibe in Köpenick.

Bei Union ist Becker nach dem in Dordrecht geborenen Youssef El-Akchaoui (2002/03) und Santi Kolk (2010/11) der dritte Niederländer, der sich an der Alten Försterei durchsetzen will. Kolk hat sich mit seinem Ausgleichstor im ersten Zweitliga-Derby gegen Hertha BSC (1:1) zwar in die Union-Geschichtsbücher geschossen, doch glücklich wurde auch er nicht bei Union.

Becker will es besser machen als seine Landsleute, egal ob rechts oder links auf der Außenbahn. Dort herrschte schon in der vergangenen Spielzeit um die Plätze in der Startelf ein reger Konkurrenzkampf. Dieser hat durch Sheraldo Becker noch einmal gehörig an Fahrt aufgenommen, wie nicht nur die Intervallläufe von Reichenwalde zeigen.

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