DFB-Pokal

Auf Union wartet in Halberstadt eine Premiere

Aufsteiger Union steht in der ersten DFB-Pokalrunde in Halberstadt erstmals als Bundesligist in der Pflicht. Trimmel bleibt Kapitän.

Innenverteidiger Neven Subotic steht vor seinem Pflichtspieldebüt für Bundesligist Union

Innenverteidiger Neven Subotic steht vor seinem Pflichtspieldebüt für Bundesligist Union

Foto: Matthias Koch / dpa

Berlin. Es ist eine neue Situation, der sich der 1. FC Union stellen muss. Klar, das Duell in der ersten DFB-Pokalrunde findet wie auch schon in den Vorjahren bei einem unterklassigen Gegner statt, dieses Jahr am Sonntag beim Regionalligisten Germania Halberstadt (15.30 Uhr, Friedensstadion).

Und doch wird etwas anders sein. Das hat unmittelbar mit dem Aufstieg der Köpenicker in die Fußball-Bundesliga zu tun. Als Zweitligist hatte die Mannschaft bereits zwei Spieltage absolviert, sich quasi unter Wettkampfbedingungen einspielen können für weitere Aufgaben, bevor es ins Pokalduell ging. Als Erstligist muss sie darauf verzichten.

So wartet auf das Team von Trainer Urs Fischer eine erste Pflichtspielaufgabe, bei der angesichts des Klassenunterschieds – Halberstadt spielt drei Ligen tiefer als Union – ein feiner Hauch von Testspielcharakter für den Ligastart eine Woche später mitschwingt.

Subotic ist bei Trainer Fischer eine Überlegung

Das wird deutlich mit Blick auf die Planungen für jene Elf, die Trainer Fischer ins Rennen schicken will und mit der der Sprung in die zweite Runde gelingen soll, 351.000 Euro an Prämie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) inklusive.

Neven Subotic sei, so Fischer, „eine Überlegung“, wenn es darum geht, die Innenverteidigung zu besetzen. Es ist kein Geheimnis, dass das Prunkstück der Aufstiegssaison derzeit Union größte Baustelle ist. Marvin Friedrich ist gesperrt, Florian Hübner hat noch Trainingsrückstand nach seiner Knieverletzung. „Er hat gerade das zweite Mannschaftstraining absolviert – von fünfeinhalb Wochen Vorbereitung“, verdeutlichte Fischer.

Zu allem Überfluss hat sich nun auch noch Nicolai Rapp mit einer Erkältung abgemeldet, derweil Subotic „jetzt wieder eine Woche trainieren konnte“, erklärte Fischer. Natürlich habe der Ex-Dortmunder nach seinen dreieinhalb Monaten Pause in Folge seiner Knieverletzung aus der Zeit bei AS Saint-Étienne „noch Rückstand, aber er spielt in meinen Überlegungen eine Rolle“, so Fischer.

Trainer Fischer erwartet eine „heikle Aufgabe“

Man habe ja noch ein wenig Zeit. Das trifft auf das Spiel in Halberstadt ebenso zu wie auf die Bundesligapremiere. Nicht unwahrscheinlich also, dass Subotic eine Chance gegen den Viertligisten bekommt, um unter Wettkampfbedingungen zu zeigen, wie weit er wirklich schon ist.

Mit Keven Schlotterbeck, Lars Dietz und Michael Parensen „haben wir aber schon noch drei Spieler, die die komplette Vorbereitung mitmachen konnten“, verwies Fischer auf die Möglichkeiten in seinem 34-Mann-Kader. Und damit auf genug Alternativen für das Abwehrzentrum, in dem Schlotterbeck für das Pokalspiel wohl gesetzt sein dürfte.

Union ist Favorit, das ist keine Frage. Fischer erwartet dennoch „eine heikle Aufgabe“ für sein Team: „Die Einstellung muss passen, auch der nötige Respekt vor dem Gegner muss vorhanden sein.“

Halberstadt liebt die Vorwärtsbewegung

Respekt und Wachsamkeit. Denn die Halberstädter könnten von der allgemein üblichen Taktik des Underdogs in solchen Spielen abweichen, wie Germanias Trainer Sven Körner wissen ließ: „Wir werden einen Plan schmieden. Es wird nicht so sein, dass wir uns verstecken, wir wollen Union vor Probleme stellen.“

Auch Fischers Analyse des Gegners haben die Einschätzung gefestigt, dass Halberstadt nicht unbedingt aus einer massiveren Defensive seine Chance suchen wird. Die Halberstädter „lieben es, mit vier, fünf Spielern in die Offensive zu gehen und Präsenz zu zeigen. Ihre große Stärke ist die Vorwärtsbewegung.“

Präsenz oder vielmehr Dominanz, die auch Union zeigen sollte, schon um ein kleines Ausrufezeichen für die Liga zu setzen. Fischer glaubt, dass seine Mannschaft dazu auch bereit ist. „Die Eindrücke vom Spiel gegen Celta Vigo bestehen noch bei mir“, sagte der Schweizer: „Da hatten wir das Spiel über 60 Minuten unter Kontrolle und konnten uns im konstruktiven Spielaufbau Torchancen erarbeiten.“

Trimmel und Friedrich sind die Kapitäne

Egal, welche Elf am Sonntag im ersten Pflichtspiel für den Bundesligisten Union auflaufen wird – sie wird angeführt werden von Kapitän Christopher Trimmel. Der Österreicher wurde auch für die Bundesliga zum Spielführer bestimmt, „in einer gemeinsamen Entscheidung“, sagte Fischer mit Blick auf sein Trainerteam und die Mannschaft.

Stellvertreter wird wie in der vergangenen Saison Marvin Friedrich sein. Fischer: „Beide haben einen guten Job gemacht, deswegen gab es keine Veranlassung, etwas zu ändern.“ Felix Kroos, bislang Vize-Kapitän, ist nur noch im Mannschaftsrat dabei, zu dem neben dem Trio ebenfalls weiter Michael Parensen, Sebastian Polter und Manuel Schmiedebach gehören. Zugang Christian Gentner kam neu hinzu.

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