Zweite Liga

Unions Offensive muss einen Gang hochschalten

Unions Nullnummer in Sandhausen offenbart, dass es noch viel zu tun gibt. Vor allem der neue Antreiber Zulj hat Steigerungspotenzial.

Für Unions neuen Offensivspieler Robert Zulj (r.) gab es nur selten ein Durchkommen. Hier bremst ihn Sandhausens Denis Linsmayer

Für Unions neuen Offensivspieler Robert Zulj (r.) gab es nur selten ein Durchkommen. Hier bremst ihn Sandhausens Denis Linsmayer

Foto: Uwe Anspach / dpa

Berlin.  Der alljährliche Besuch der Funkausstellung dürfte für die Profis des 1. FC Union am Montag eine willkommene Abwechslung gewesen sein. Die Analyse des 0:0 von Sandhausen war vormittags doch ein wenig intensiver gewesen, als man es sich beim Fußball-Zweitligisten gewünscht hätte. Zyniker werden behaupten, dass sich die Profis auf dem Messegelände unter dem Funkturm jenen Durchblick verschaffen wollten, der ihnen am Sonntag noch gefehlt hatte.

Acht Punkte aus vier Spielen bedeuten zweifellos einen guten Saisonstart. Und doch haben die 90 Minuten von Sandhausen gezeigt, wie viel in der Vorwärtsbewegung noch zu verbessern ist. „Wenn die Mannschaft nicht als Team funktioniert, wird es schwierig“, kritisierte Oliver Ruhnert, Unions Geschäftsführer Profifußball, den Auftritt.

Vor allem in der Schaltzentrale lief wenig zusammen. Dort hatte Robert Zulj seinen ersten Einsatz von Beginn an. Die Partie lief allerdings noch über weite Strecken am Zugang aus Hoffenheim vorbei. Teilweise wirkte der Offensivmann sogar wie ein Fremdkörper.

Nur zwei Szenen bleiben in Erinnerung

Lediglich zwei Szenen sind es, die von dem 26-Jährigen in Erinnerung geblieben sind: sein halbherziger Schuss nach 63 Minuten – und die Auswechslung für Felix Kroos 19 Minuten später. „In der ersten Halbzeit kam ihm das Spiel nicht entgegen“, analysierte Ruhnert. Nachvollziehbar, wo sich doch immer wieder zu große Räume im Union-Gefüge offenbarten. „Dadurch kam Zulj kaum zu Ballkontakten“, so Ruhnert weiter, „erst in der zweiten Halbzeit wurde es besser, aber nicht auffällig.“

Trotz der sechs Treffer, die Union bislang erzielt hat, trotz des Torriechers von Stürmer Sebastian Andersson (drei Tore), bleibt festzuhalten: Union sucht in der Offensive noch nach dem zweiten Gang.

Das Ausspielen des Gegners durch eigene spielerische Mittel ist etwas, an dem Trainer Urs Fischer in den kommenden Wochen wird arbeiten müssen, soll dem guten Auftakt eine gute Hinrunde folgen. Denn – auch das hat das Sandhausen-Spiel gezeigt – auf die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor kann sich Union nicht immer verlassen.

Testspiel am Mittwoch gegen Grasshopper Zürich

Helfen könnte das Testspiel in der Länderspielpause gegen die Grasshopper Zürich am Mittwoch (18 Uhr, Alte Försterei). Spielern aus der zweiten Reihe Spielpraxis zu verschaffen, wird zwar im Vordergrund stehen. An den Automatismen dürfte in diesen 90 Minuten dennoch gearbeitet werden.

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