Zweite Liga

Union braucht noch mehr Mut zur Lücke

Union muss sich offensiv steigern, wenn gegen Schlusslicht Duisburg der nächste Heimsieg gelingen soll. Rückkehr des Vip-Zeltes.

Unions Kapitän Christopher Trimmel (Mitte) geht bei der Suche nach einer Lücke in der gegnerischen Defensive voran

Unions Kapitän Christopher Trimmel (Mitte) geht bei der Suche nach einer Lücke in der gegnerischen Defensive voran

Foto: nordphoto / Fabisch / picture alliance / nordphoto

Berlin.  Union ist eine Baustelle. Wegen des Feuers in der Haupttribüne Ende August und der daraus resultierenden Grundsanierung eines Teils des Gebäudes muss der Fußball-Zweitligist auf Altbewährtes zurückgreifen. Da der Vip-Bereich „Schlosserei“ gesperrt ist, werden sich mehrere Hundert Besucher der Freitagspartie gegen den MSV Duisburg (18.30 Uhr, Alte Försterei) mit dem wiederaufgebauten Vip-Zelt begnügen müssen.

Auch die MSV-Profis bekommen mit dem Umkleide-Container einen Geschmack davon, wie es jahrelang vor dem Bau des Stadionhauptgebäudes gewesen ist.

Auf eine Rückkehr in alte Zeiten möchte die Mannschaft der Köpenicker gern verzichten. Gegen einen Gegner, der nach vier Spielen ohne Punkt und Tor am Tabellenende steht und vor allem mit sich selbst zu tun hat, gilt es, die eigenen offensiven Qualitäten stärker einzusetzen, als es noch vor knapp zwei Wochen bei der Nullnummer in Sandhausen der Fall gewesen ist. Ein Sieg sollte es schon sein, wenn Union den guten Start in die Saison nutzen und weiter oben dabei bleiben will. Es winkt sogar die Tabellenführung.

Nach vorn „tun wir uns noch schwer“

Das ruft Trainer Urs Fischer auf den Plan. „Ich bin ein bisschen überrascht“, so der Schweizer, dass es im Umfeld vor allem um die Höhe des Sieges gegen Duisburg geht: „Mit der euphorischen Haltung bin ich nicht einverstanden. Duisburg steht nicht da, wo sie stehen könnten. Sie waren oft die bessere Mannschaft und verfügen gerade in der Vorwärtsbewegung über eine schöne Qualität. Wenn wir da nicht gegenhalten, gibt es ein böses Erwachen.“

Natürlich wurde in den Trainingseinheiten während der zweiwöchigen Länderspielpause, in der die Union-Profis an drei freien Tagen auch ordentlich auftanken konnten, das Hauptaugenmerk auf das Spiel nach vorn gelegt. „Ob es jedoch Früchte trägt, werden wir erst sehen“, sagte Fischer.

Immer wieder nennt der Schweizer Dinge wie Präzision und Automatismen, an denen es noch fehle und für deren Perfektionierung es noch Zeit brauche. Doch in Sandhausen fehlte es den Berlinern auch an Ideen oder am Erkennen der Schwachstellen in des Gegners Defensive, um gefährlich vor das Tor zu kommen. „Da tun wir uns noch ein bisschen schwer“, gestand Fischer: „Dazu kommt die Tagesform der einzelnen Spieler.“

Auch der Gegner muss mithelfen

Genug Motivation dürfte da sein, erst recht wenn es vor heimischer Kulisse geht. Union erwartet gut 20.000 Zuschauer. Doch, so der Tenor des Trainers, „es braucht auch die Unterstützung durch den Gegner.“ Kronzeuge für Fischers Aussage ist das Heimspiel gegen den FC St. Pauli (4:1) vor knapp drei Wochen. Zwar habe Union vier Tore geschossen, „doch die ersten beiden resultierten aus Standards. Das spielt dir in die Karten. Der Gegner muss öffnen, du bekommst mehr Raum. Aber so lange es 0:0 steht, bekommst du diesen Raum nicht. Dann musst du Lösungen suchen.“ Dabei tut sich der Union-Jahrgang 2017/18 in der Tat noch schwer.

Unions Kapitän Christopher Trimmel nimmt seine Mannschaft in die Pflicht: „Es ist wichtig, dass wir uns auf jeden Fall im Vergleich zum Sandhausen-Spiel steigern. Wir wollen in der Offensive mehr Torchancen kreieren und mehr Torschüsse abgeben.“

Personell kann Fischer auf den Kader des Sandhausen-Spiels zurückgreifen. Marcel Hartel, der beim 6:0 der deutschen U21 in Irland am Dienstag „aus Leistungsgründen“, so Fischer, nicht im Kader stand, kehrte ebenso erst am Mittwoch von der Nationalmannschaft zurück wie der Norweger Julian Ryerson (U21) und Lennard Maloney (U20 der USA).