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Union Berlin setzt sich auch als Favorit durch

Die Pokal-Revanche bei Carl Zeiss Jena endet mit einem verdienten Sieg für die Berliner.

Simon Hedlund (r) freut sich nach seinem Treffer zur 4:2 Führung mit Grischa Prömel

Simon Hedlund (r) freut sich nach seinem Treffer zur 4:2 Führung mit Grischa Prömel

Jena. Es sollte die große Revanche für das verlorene FDGB-Pokalfinale werden. Doch anders als vor 50 Jahren, als Außenseiter Union 2:1 gewonnen hatte, setzte sich in der ersten DFB-Pokalrunde der Favorit durch. Also wieder die Berliner. Mit 4:2 (3:2) gewann Zweitligist 1. FC Union beim längst klassentieferen FC Carl Zeiss Jena. „Ich bin natürlich erfreut, dass wir diese schwierige Aufgabe gut gemeistert haben“, sagte Unions Trainer Urs Fischer.

Die Aufstellung der Köpenicker ließ keinen Zweifel daran, dass es keine Experimente geben sollte. Der Coach schickte seine nahezu beste Elf ins Rennen, also auch die Nummer eins zwischen den Pfosten, Rafal Gikiewicz. Links verteidigte Christopher Lenz für Ken Reichel, statt Kenny Prince Redondo und Marcel Hartel spielten Akaki Gogia und Felix Kroos von Beginn an.

Union war die spielerisch bessere Mannschaft, ohne wirklich zu glänzen

Jena versuchte mit Leidenschaft dagegenzuhalten, zeigte jedoch immer wieder gravierende defensive Schwächen. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht so gut gespielt, wie wir uns das gewünscht hätten. Nach der Pause waren wir besser“, analysierte Unions Kapitän Christopher Trimmel. Stürmer Sebastian Andersson sagte: „Wir wussten, dass wir die bessere Spielanlage haben.“

Das zeigte sich beim Führungstreffer. Gogia wurde nicht angegriffen, seine Ablage flankte Christopher Trimmel in den Strafraum, wo Andersson aus fünf Metern einköpfte (14.). Überhaupt stand Union-Kapitän Trimmel in den ersten 45 Minuten im Blickpunkt. Beim Ausgleich durch Maximilian Wolfram ließ er zusammen mit Kroos Jenas Dominik Bock flanken (21.). Jenas Fans feierten den Treffer mit zahlreichen Pyros und Rauchtöpfen – unsäglich.

Auch Unions erneute Führung bereitete Trimmel vor

Kroos bekam bei seinem Kopfballtor in der 29. Minute aber auch einen Ellenbogen ins Gesicht, sieben Minuten später und immer noch etwas benommen, musste er Hartel Platz machen. „Er hatte Mühe mit der Sicht“, sagte Coach Fischer. Das 2:2 kurz vor der Pause fabrizierte Trimmel selbst, als er einen Abpraller von Gikiewicz nach Schuss von Philipp Tietz über die eigene Linie drückte (42.).

Ein von Simon Hedlund verwandelter Foulelfmeter, von Guillaume Cros an Gogia verursacht, brachte Union die Pausenführung (45.+2). „Jena ist immer wieder zurückgekommen, deshalb war das 3:2 so kurz vor der Pause enorm wichtig“, so Fischer. Es war ein unterhaltsamer Pokalfight vor 10.600 Zuschauer im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld, darunter 1500 Union-Fans.

Zweite Halbzeit hatte dem Spektakel vor der Pause wenig entgegenzusetzen

Union suchte schnell die Vorentscheidung. Dies gelang nicht. Hedlund, von Andersson auf die Reise geschickt, umkurvte zunächst Jenas Torwart Jo Coppens, um dann Florian Brügmann anzuschießen statt hinein ins leere Tor (56.). Kurz darauf scheiterte Andersson selbst nach einer Trimmel-Ecke (65.). Beide Fanblöcke hatten sich da längst auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingeschossen und riefen im Wechsel „Scheiß DFB“.

Es bedurfte eines Geistesblitzes von Grischa Prömel, um den Weg in die zweite Runde endgültig zu ebnen. Direkt in den Lauf von Hedlund hatte der Mittelfeldspieler den Ball gepasst. Der Schwede fackelte dieses Mal nicht lange und schob den Ball an Torwart Coppens vorbei (71.).

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