Zweite Liga

Unions Finanzspritze für die Absteiger

Union unterstützt mit den anderen Zweitligisten die beiden Absteiger Braunschweig und Kaiserslautern mit insgesamt 1,2 Millionen Euro.

Union-Präsident Dirk Zingler unterstützt mit dem Köpenicker Klub die beiden Zweitliga-Absteiger aus Braunschweig und Kaiserslautern

Union-Präsident Dirk Zingler unterstützt mit dem Köpenicker Klub die beiden Zweitliga-Absteiger aus Braunschweig und Kaiserslautern

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin.  Diese Solidaritätsaktion ist wohl einmalig im deutschen Profi-Fußball. Die Klubs der Zweiten Liga greifen den Absteigern Eintracht Braunschweig und 1. FC Kaiserslautern mit jeweils 600.000 Euro unter die Arme, um den Sturz in die Drittklassigkeit zu mildern. Alle 18 Zweitligisten der vergangenen Saison hatten im April beschlossen, dafür in einen gemeinsamen Topf einzuzahlen – also auch der 1. FC Union. Der Grund war die verrückte Liga-Konstellation, nach der zwei Drittel der Klubs kurz vor Saisonende noch um den Klassenerhalt bangen mussten.

„Diese Aktion folgt einem Solidaritätsgedanken, dem wir uns ebenfalls verpflichtet fühlen. Aus diesem Grund war für uns klar, dass wir uns daran selbstverständlich beteiligen“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler: „Ausgangspunkt war die Einigung auf eine Summe von 600.000 Euro pro Absteiger, auf die sich die Zweitliga-Klubs verständigt haben.“ Wäre Aue ebenfalls abgestiegen, hätte sich der Betrag für Union und jeden anderen Klub von nun 66.666,66 Euro auf 100.000 Euro erhöht.

„Die wirtschaftliche Brutalität eines Abstiegs in die Dritte Liga ist kaum zu beschreiben“, sagte der von den Zweitligisten gewählte DFL-Vizepräsident Helmut Hack. So muss Braunschweig seinen Etat für Liga drei von 40 Millionen (Spieleretat: 16 Millionen) auf insgesamt 14 Millionen Euro senken. Kaiserslautern halbiert seinen Spieleretat auf fünf Millionen Euro. Zudem brauchen die Pfälzer dringend finanzielle Mittel, um die am 1. August 2019 fälligen 6,7 Millionen Euro der 2013 aufgelegten Fan-Anleihe zurückzahlen zu können.

Ähnliche Projekte für die Zukunft geplant

Eine Begünstigung der beiden Absteiger gegenüber den anderen Drittligisten, die nicht von der Finanzspritze profitieren, sieht man bei Union nicht. „Ein Absteiger hat keinen Wettbewerbsvorteil, da sein allgemeiner Kostenblock und insbesondere seine finanziellen und personellen Verpflichtungen aus einer Teilnahme am Lizenzspielbetrieb der DFL nicht sofort reduziert werden können. Dies ist eher ein wirtschaftlicher Nachteil für den Absteiger, der durch die Summe nicht aufgefangen, sondern höchstens ein wenig abgefedert wird“, erklärte Zingler.

Zugleich ließ der Union-Boss durchblicken, dass es bereits Planungen für weitere solcher Aktionen gebe. „Wir halten ähnliche Projekte für sinnvoll, um Beschäftigten und diversen Projekten in den betroffenen Vereinen mehr Nachhaltigkeit zu verleihen“, machte Zingler deutlich.

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