Zweite Liga

Union-Ultimatum für Trainer Hofschneider

Union steht im Zweitliga-Spiel am Sonnabend gegen Regensburg am Scheideweg. Und für Trainer Hofschneider startet die Bewährungsfrist.

Unions Cheftrainer Andre Hofschneider (l.) treibt seine Mannschaft an

Unions Cheftrainer Andre Hofschneider (l.) treibt seine Mannschaft an

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin.  Jahn Regensburg hat nichts zu verlieren. So sieht es jedenfalls André Hofschneider, der Trainer des 1. FC Union, vor dem Duell mit dem Aufsteiger am Sonnabend (13 Uhr, Alte Försterei). Für seine Mannschaft, seinen Verein, ja für ihn selbst trifft dies jedoch ganz und gar nicht zu. Union steht gegen den überraschend starken Aufsteiger am Scheideweg, das gilt für den aktuellen Profi-Jahrgang, viel mehr aber für den Trainer und die Entwicklung des Klubs selbst.

Gelingt gegen die Oberpfälzer kein Sieg, sind die Köpenicker endgültig im Abstiegskampf angekommen. Derzeit liegen nur fünf Punkte zwischen Union und dem Relegationsplatz zur Dritten Liga. Zudem steht Hofschneider im letzten Saisonviertel stärker denn je unter Beobachtung.

Klubchef Dirk Zingler ließ gerade erst in der „Berliner Zeitung“ wissen, dass die letzten acht Spiele entscheiden werden darüber, ob Hofschneider auch in der kommenden Spielzeit Cheftrainer der Union-Profis sein wird. Dessen Vertrag läuft zwar bis 30. Juni 2019. Doch die bisherige Bilanz – nur neun Punkte (zwei Siege) aus zehn Spielen – ist alles andere als eine Bewerbung für eine weitere Anstellung. Nur zwei andere waren in dieser Zeit noch schlechter.

„Im Profisport hat jeder Druck“

So musste Unions Präsident das Offensichtliche, das sich bereits in den ersten Wochen nach dem Trainerwechsel von Jens Keller zu Hofschneider im Dezember abgezeichnet hatte, nun zähneknirschend eingestehen: „Der Trainerwechsel führte nicht zu dem Effekt, den die Vereinsführung erzielen wollte.“

Gleichwohl sprach Zingler von etwas Besonderem, das Hofschneider leiste. Die Auftritte auf dem Platz widerlegen den Klubchef.

Hofschneider selbst nahm das verkappte Ultimatum entspannt zur Kenntnis. „Der Präsident hat die Verantwortung für den gesamten Verein. Ich bin schon zu lange dabei, als dass mich das beunruhigt“, sagte der Union-Coach: „Wir sind im Profisport, da hat jeder Druck. Wenn wir das nicht aushalten, wären wir falsch in diesem Geschäft. Und so lange wir zu wenig Punkte haben, wird es auch immer Kritik geben.“

Kapitän Kroos stützt seinen Trainer

Es gilt, diese selbst verursachten Nebenkriegsschauplätze auszublenden und sich auf das „Hier und Jetzt“ (Hofschneider) zu konzentrieren. So war es Felix Kroos, der für den Coach eine Lanze brach: „Wir wissen schon, was der Trainer will, auch wenn schon etwas anderes behauptet wurde. Wir sind alle auf einer Linie“, stellte Unions Kapitän fest. Und er legte offensiv nach: „Hofi ist einer der besten Trainer, die ich in meiner Karriere bis jetzt hatte. Deswegen gibt es überhaupt keine Diskussionen.“

Sie werden im Umfeld, vor allem aber in der Klubführung stärker denn je aufflammen, sollte Union gegen Regensburg am Sonnabend tatsächlich den Weg in Richtung Ligakeller einschlagen.