Zweite Liga

Brisanter Start für Union-Trainer Hofschneider

Unions neuer Trainer André Hofschneider feiert seine Premiere im Ostderby gegen Dynamo Dresden – und gegen seinen ehemaligen Chef.

André Hofschneider (r.) und Uwe Neuhaus leiteten sieben Jahre die Geschicke bei Union. Am Sonnabend sind sie Gegner

André Hofschneider (r.) und Uwe Neuhaus leiteten sieben Jahre die Geschicke bei Union. Am Sonnabend sind sie Gegner

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Die Wucht, mit der das erste Spiel auf ihn als hauptverantwortlichen Cheftrainer des 1. FC Union zukommt, ist ihm bewusst. „Viel emotionalere Derbys als Union gegen Dresden gibt es nicht“, sagte André Hofschneider vor dem Zweitliga-Duell der Köpenicker gegen Dynamo Dresden am Sonnabend (13 Uhr) in der Alten Försterei.

Doch es ist nicht nur die Brisanz eines Derbys. Es ist der Trainer des Gegners, Uwe Neuhaus, als dessen Assistent Hofschneider sieben Jahre die Geschicke an der Alten Försterei geleitet hat. Es ist das Spiel eins nach dem Trainerknall von Köpenick , der Entlassung von Jens Keller. Und als ob dadurch die Premiere als Profitrainer nicht schon heikel genug wäre, muss auch noch ein Sieg her, will Union im Aufstiegsrennen nicht weiter an Boden verlieren.

Um nachvollziehen zu können, was die Partie für Hofschneider so besonders macht, zeigt der Blick auf das Binnenverhältnis der beiden Trainer während ihrer gemeinsamen Zeit bei Union von 2007 bis 2014. Hofschneider umschrieb es einst wie folgt: „Mit Uwe Neuhaus hatte ich eine Wellenlänge. Ich habe akzeptiert, dass er die letzte Entscheidung trifft. Ich konnte aber meine Argumente einbringen. Ich könnte mir immer wieder vorstellen, mit ihm zusammenzuarbeiten.“ Gesagt im Mai 2016, nach seinem letzten Spiel als Interimscoach der Köpenicker.

„Die Konstellation hat seinen Charme“

Gut anderthalb Jahre später dokumentieren SMS wie auch Anrufe, in denen Neuhaus seinen einstigen Assistenten beglückwünschte, wie freundschaftlich das Duo immer noch verbunden ist. „Die Konstellation hat seinen Charme“, so Hofschneider: „Ich habe ihn auch gefragt, ob ich ihm neben mir auf der Bank einen Platz freihalten soll.“

Neuhaus wiederum ließ es sich nicht nehmen, Hofschneiders Markenzeichen aufs Korn zu nehmen: „Er wird schon ganz schön blöd gucken, wenn ich in kurzer Hose an der Seite stehe.“

Am Sonnabend wartet auf beide ein Duell zweier Cheftrainer, die vor allem Erfolg brauchen: Union für die Bundesliga, Dresden für den Klassenerhalt. Wobei die Dresdener mit den Siegen in Düsseldorf (3:1) und Aue (4:0) zuletzt viel Selbstvertrauen sammeln konnten. Zudem hätte Dynamo „über Wochen mitunter viel besser gespielt als der Gegner, die Spiele aber verloren“, erklärte Hofschneider und führte die Dresdener Pleiten in Nürnberg (1:2) und im DFB-Pokal in Freiburg (1:3) an.

Skrzybski bekommt keinen Freifahrtschein

Bleibt die Frage, wer es zur Hofschneider-Premiere richten soll. Ein Name, der dabei genannt wird, ist Steven Skrzybski. Hofschneiders Faible für das Eigengewächs ist bekannt. Einen Freifahrtschein wird der Stürmer aber nicht bekommen. „Ich würde mir schon wünschen, dass er auf dem Platz wieder eine größere Rolle spielt als außerhalb“, so Hofschneider. Wegen anhaltender Nichtberücksichtigung für die Startelf unter Ex-Trainer Keller hatte Skrzybski einen Weggang von Union schon in der Winterpause nicht ausgeschlossen.

Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von U21-Nationalspieler Marcel Hartel (muskuläre Probleme). Ansonsten befinde sich der Kader „im gleichen Zustand, wie vor einer Woche“ (Hofschneider). Weitreichende Änderungen sind demnach nicht zu erwarten.

„Wir orientieren uns nicht daran, was Dresden macht. So selbstbewusst sind wir. Wir respektieren den guten Trainer, das gute System und die gute Mannschaft. Trotzdem, wir spielen zu Hause und wollen das Spiel natürlich gewinnen“, so der Union-Trainer. Ab heute allerdings zählen nur noch die Punkte, nicht die Worte.