Die Zahl 30 auf seinem linken Unterarm ist nicht zu übersehen. „Das war meine erste Rückennummer in Köln“, erzählt Marcel Hartel. Dass der Mittelfeldspieler beim 1. FC Union nun mit der „7“ aufläuft, hat zwei Gründe. Zum einen ist die 30 vom dritten Torwart Michael Gspurning belegt. „Er hat mir aber Verhandlungen angeboten“, sagt Hartel. Dennoch entschied er sich für die andere Rückennummer, weil – und das ist der zweite Grund – „ich ein neues Kapitel aufschlagen will“.

Den ersten Schritt dahin, dass es auch ein erfolgreiches wird, hat er schon getan. Mit 21 Jahren ist der ehemalige Kölner der jüngste Zugang beim Fußball-Zweitligisten, doch beim Sieg in Ingolstadt (1:0) zählte Hartel zu jenen, die das spielerische Element der Köpenicker belebten. „Mit war von Anfang an klar, dass ich hier Gas geben muss“, sagt Hartel, der bislang vornehmlich in der Regionalliga West gekickt hat. Jetzt, in Liga zwei, „ist die Aggressivität doch noch eine andere“, berichtet der Offensivmann.

Aus seiner Sicht genau das Richtige, um sich weiterzuentwickeln. Bei Union freut er sich, „so viele gute Spieler neben mir zu haben, nur so kann man sich verbessern“. Den ersten kleinen Erfolg hat er bereits eingeheimst. Sein Startelfeinsatz in Ingolstadt resultierte nicht nur daraus, dass Trainer Jens Keller umstellen musste: Weil Stephan Fürstner noch nicht fit für 90 Minuten gewesen ist, rückte Kapitän Felix Kroos nach hinten und machte so Platz für Hartel.

Große Vorfreude auf das erste Heimspiel

Dem ersten Heimspiel am Freitag gegen Aufsteiger Holstein Kiel (18.30 Uhr, Alte Försterei) fiebert er mächtig entgegen. Teamkollege Steven Skrzybski „hat mir viel erzählt, wie es hier abgehen soll“. Die Freude ist ihm anzusehen, auch wenn sein Einsatz noch nicht sicher ist. Fürstner ist wieder fit, Kroos könnte wieder nach vorn rücken. Doch Hartel dürfte seinem Coach mit den 73 starken Minuten von Ingolstadt die Entscheidung schwer gemacht haben, auf ihn zu verzichten.

Nicht zuletzt Vater Olaf wird der Start seines Sohnes bei Union freuen. „Fußball ist sein Leben, seine Meinung ist mir sehr wichtig“, sagt Hartel. Nachvollziehbar, begleitete der Vater seinerzeit doch Klein-Marcel in Köln, wenn es per Straßenbahn zum Training ging. Den Sieg in Ingolstadt verfolgte er im Stadion.

Am Freitag gegen Kiel wird zumindest Hartels Freundin Maike in der Alten Försterei sein. Die Rechtsanwaltsfachgehilfin ist sein großer Rückhalt, seine Begleiterin auf dem Weg in das neue Fußball-Kapitel, das erste außerhalb Kölns. „Das gehört zum Profi-Geschäft dazu“, sagt Hartel. Für die Erinnerung an vergangenen Tage braucht er ja nur auf seinen linken Unterarm zu schauen.

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