Zweite Liga

Union geht Trainersuche gelassen an

Lutz Munack, Unions Geschäftsführer Sport, sieht den Zweitligisten nach der Trennung von Trainer Sascha Lewandowski gut aufgestellt.

Unions Geschäftsführer Sport, Lutz Munack (l.), sieht den Zweitligisten gut aufgestellt. Rechts: der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Koch, neben ihm Klubchef Dirk Zingler

Unions Geschäftsführer Sport, Lutz Munack (l.), sieht den Zweitligisten gut aufgestellt. Rechts: der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Koch, neben ihm Klubchef Dirk Zingler

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Der 1. FC Union will sich bei der Suche nach einem neuen Cheftrainer für die kommende Saison Zeit lassen. „Wir haben in den vergangenen Tagen sicherlich viel gesprochen im Verein. Aber wir haben jetzt keine Schnellsitzungen einberufen“, sagte Lutz Munack, seit vergangenem Sommer Geschäftsführer Sport beim Fußball-Zweitligisten.

„Wir werden das alles in den nächsten Wochen machen, wir haben ja keinen Handlungsdruck. Das sage ich mit einem ruhigen Gewissen, weil wir im Verein seit Saisonbeginn ja schon einige Dinge verändert haben. Seit 1. Februar haben wir Helmut Schulter als Leiter der Lizenzspielerabteilung, der für die Kaderplanung verantwortlich ist und auch für das Scouting. Diese Bereiche liegen uns natürlich sehr am Herzen“, so Munack weiter.

Dennoch ist sich auch der 39-jährige ehemalige Jugendtrainer der Köpenicker bewusst, dass es durchaus Sinn macht, einen neuen Cheftrainer so früh wie möglich zu präsentieren. Schließlich sollte der Nachfolger von Sascha Lewandowski, dessen Arbeitsverhältnis bei Union am Freitag wegen diagnostiziertem Bournout-Syndroms auf Anraten der Ärzte beendet wurde, ein gehöriges Mitspracherecht bei der Zusammenstellung der Mannschaft für die Spielzeit 2016/17 haben. Er ist derjenige, der mit den Spielern tagtäglich arbeiten muss.

Einen Trainer aus einem laufenden Vertrag zu kaufen, ist kein Tabu

„Logischerweise binden wir auch Helmut Schulte mit in die Trainersuche ein. Ein Duo zu haben, das sich nicht versteht, ist keine gute Voraussetzung“, verdeutlichte Munack. Und: „Einen Trainer früh zu verpflichten, ist für die Planung sicher gut. Ob wir das aber schaffen, weiß ich nicht.“ Die Entscheidung, wer neuer Coach wird, treffen Munack und – in letzter Konsequenz – Unions Präsident Dirk Zingler.

Dabei ist sogar das Herauskaufen eines Kandidaten aus einem Vertrag, den er noch bei einem anderen Verein besitzt, nicht mehr ausgeschlossen. „Ich bin ein Freund davon, sich von allen Tabus freizumachen und dann zu entscheiden“, sagte Munack.

Die Kriterien, die der neue Trainer erfüllen soll, orientieren sich an dem Weg, den Union unter Lewandowski eingeschlagen hat. Es geht um taktische Flexibilität, um Ballbesitz und Gegenpressing. Eine Lewandowski-Kopie schließt Munack jedoch ebenso aus wie einen Arbeitsbeginn des Neuen noch in dieser Spielzeit.

Hofschneider und Bönig sollen Co-Trainer bleiben

„Er soll sein eigener Trainer sein, wir suchen schon eine eigene Persönlichkeit“, erklärte der Geschäftsführer Sport: „Mit André Hofschneider und Sebastian Bönig bis zum Saisonende zu arbeiten, ist die Entscheidung, die für die Mannschaft und den Verein richtig ist.“ Die beiden Assistenten sollen außerdem auch Bestandteil des neuen Trainergespanns sein. „André und Sebastian sind hier im Verein Co-Trainer und erledigen ihre Aufgaben mit einer Qualität, über die wir uns total freuen“, sagte Munack.

Union setzt bei der Trainersuche nicht zuletzt auf das Netzwerk von Helmut Schulte . „Ich freue mich total, dass er bei uns ist, weil er einen enormen Erfahrungsschatz mitbringt, gerade auch für solche Situationen. Wichtig ist, dass wir sichere Entscheidungen treffen“, so Munack. Daraus werde sich dann auch das Tempo ergeben, mit dem die Köpenicker die von Klubchef Zingler formulierte Zielsetzung (Top 20 in Deutschland) erreichen werden.

„Unsere Aufgabe wird sein, an grundsätzlichen Ideen festzuhalten und diese weiterzuentwickeln“, sagte Munack. Dazu zählt der Aufstieg der A-Junioren, derzeit Regionalliga-Spitzenreiter, in die Bundesliga. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Talentförderung, nachdem Union vergangenen Sommer die U23 abgemeldet hat. Dazu gehört auch die weitere Professionalisierung im Nachwuchsbereich durch hauptamtliche Mitarbeiter. Sogar ein Mentaltrainer ist für den Jugendbereich vorgesehen, um präventiv arbeiten zu können.