Zweite Liga

Bobby Wood ist Unions Mann für Alarm

Union-Stürmer Wood kehrt nach Schulterverletzung zurück und lässt Lewandowski-Vertreter Hofschneider auf erfolgreichen Start hoffen.

Bobby Wood (Mitte) erzielte bislang neun Saisontreffer für Union in dieser Zweitliga-Saison Fußball

Bobby Wood (Mitte) erzielte bislang neun Saisontreffer für Union in dieser Zweitliga-Saison Fußball

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Berlin.  Die großen Ziele hat Bobby Wood längst abgesteckt . Einmal mit dem US-Nationalteam bei einer Weltmeisterschaft spielen. Oder schon im Sommer bei der Copa America Centenario, der Sonderausgabe der Südamerika-Meisterschaft, die anlässlich ihres 100. Geburtstags erstmals außerhalb Südamerikas – in den USA – stattfinden wird.

In amerikanischen Medien werden schon Stimmen laut, Chefcoach Jürgen Klinsmann möge doch bitte den 21-jährigen Wood anstelle des erfahreneren Jozy Altidore (26, Toronto FC) für die Startelf vormerken.

Wood selbst würde so etwas nie einfordern. Dafür ist der Angreifer des 1. FC Union viel zu respektvoll. Und doch ist die Aufmerksamkeit in den US-Medien ein Beleg dafür, dass die Kurve des Stürmers beim Berliner Fußball-Zweitligisten seit Monaten kon­stant nach oben geht.

Neun Tore und zwei Assists

Bobby Wood ist so etwas wie eine Lebensversicherung geworden für die Köpenicker. Nicht nur wegen seiner Tore (bislang neun, davon allein vier in der Rückrunde) und seiner zwei Assists. Vielmehr ist es die Gefahr, die der Stürmer auf dem Platz mit seiner Schnelligkeit sowie Zielstrebigkeit ausstrahlt und beim Gegner für Alarmstimmung sorgt. In jedem Fall hat er großen Anteil daran, dass Union in der bislang verkorksten Saison fern von ernsten Abstiegssorgen geblieben ist.

Wenn Marcus Kauczinski, Trainer des Union-Gegners Karlsruher SC am Freitag (18.30 Uhr, Alte Försterei), seine Spieler auf eine „körperlich sehr starke Mannschaft mit schnellen, beweglichen Stürmern“ vorbereitet, denkt er sicher nicht zuletzt an Wood.

Der gebürtige Hawaiianer habe eine „Granatenentwicklung genommen. Es macht sehr viel Spaß, mit ihm zu arbeiten. Er ist ein sehr lernwilliger Spieler“, hatte Unions Trainer Sascha Lewandowski seinem Torjäger unlängst ein entsprechend gutes Zwischenzeugnis ausgestellt. Jetzt, da der Chefcoach drei Wochen krank geschrieben ist, ist es an seinem Vertreter André Hofschneider , die Qualitäten des Stürmers herauszustellen. „Bobby ist sicher ein Unterschiedspieler in der Liga. Er sorgt für Respekt beim Gegner“, sagte Unions Co-Trainer.

Ohne Wood, ohne Torchance

Um so erfreuter hat Hofschneider festgestellt, dass er gegen den KSC auf den Top-Torjäger zurückgreifen kann. Die Zerrung im Schulterbereich ist auskuriert. „Ich gehe davon aus, dass er spielen wird“, sagte Hofschneider.

Wie wichtig er für Union ist, wurde vor einer Woche im Gastspiel bei RB Leipzig deutlich. Wegen jener Schulterschmerzen hatte Wood gegen den Spitzenreiter passen müssen. Ohne ihn erspielten sich die Berliner exakt null echte Torchancen. Vertreter Collin Quaner oder auch Sören Brandy konnten die Lücke, die der US-Amerikaner hinterlassen hatte, nicht füllen.

Gelingt Wood, der stets betont, wie wohl er sich bei Union fühlt, gegen Karlsruhe Saisontreffer zehn, wird er auch in seiner Heimat wieder erhöhte Aufmerksamkeit bekommen. US-Coach Klinsmann verfolgt seinen Werdegang genau, dem Internet sei Dank. Wood hat inzwischen „einen Reifeprozess durchgemacht und wird immer erwachsener“, ließ Klinsmann wissen. Ein weiterer wichtiger Schritt für den Profi, seine Ziele mit Union zu erreichen. Und mit dem US-Nationalteam.

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.