Zweite Liga

Union hat im Verwirrspiel gut lachen

Zweitligist Union gelingt der wichtige Sieg bei den heimstarken Heidenheimern. Dabei sorgt ein Trikot für Gesprächsstoff.

Die Unioner Steven Skrzybski, Bobby Wood und Maximilian Thiel (v.l.) feiern den Sieg in Heidenheim

Die Unioner Steven Skrzybski, Bobby Wood und Maximilian Thiel (v.l.) feiern den Sieg in Heidenheim

Foto: Daniel Maurer / dpa

Berlin.  Die Erschütterungen waren fast bis nach Berlin zu spüren. Dabei liegt das Epizentrum knapp 450 Kilometer entfernt von der Hauptstadt. Doch die Gerölllawine, die allen beim 1. FC Union vom Herzen gefallen war, war riesengroß. Mit 2:0 (1:0) gewann der Berliner Fußball-Zweitligist beim 1. FC Heidenheim. Für die Ostwestfalen war es die erste Heimniederlage der Saison, für Union ein Erfolg, wie er zu diesem Zeitpunkt wichtiger nicht sein kann .

Die große Frage des Spiels sollte sein: Wer ist der richtige Steven Skrzybski, wer der falsche? Die zweite Halbzeit war bereits eine knappe Viertelstunde vorbei, als Eroll Zejnullahu in Windeseile den Rasen verließ. „Alle haben plötzlich auf mich gezeigt, ich wusste aber nicht, warum“, erzählte Zejnullahu mit schelmischem Grinsen.

Erst Heidenheims Offensivmann Marc Schnatterer brachte Licht ins Dunkel. „Er sagte zu mir: Zieh dein Trikot an“, sagte Zejnullahu. Unions defensiver Mittelfeldspieler trug das Jersey mit der Rückennummer 24, der von Stürmer Skrzybski, und nicht sein eigenes mit der Nummer 27.

Entscheidung durch den echten Skrzybski

„Wir sitzen in der Kabine nebeneinander, ich weiß nicht, ob das Trikot falsch gehangen oder Eroll nur falsch zugegriffen hat“, berichtete Skrzybski. In jedem Fall scheint die Verwechslungskomödie den Gegner ein wenig irritiert zu haben. „Als ich wieder aus der Kabine kam, stand es 2:0 für uns“, frohlockte Zejnullahu.

Heidenheims Innenverteidiger Mathias Wittek hatte den Ball im eigenen Strafraum vertändelt – gegen Skrzybski, den richtigen. Flugs noch Torwart Jan Zimmermann umkurvt, danach den Ball ins Netz geschoben, und die Vorentscheidung war nach nur 60 Minuten gefallen. „Das war natürlich so einstudiert“, sagte Zejnullahu, der falsche Skrzybski.

Der Start in die letzten sieben Spiele des Jahres ist den Berlinern jedenfalls geglückt. Vom Ergebnis her, aber auch von der Leistung beim heimstärksten Team der Liga. „Es wurde Zeit, dass wir mal wieder gewinnen. Wir wussten, dass wir jetzt mehr geben müssen“, freute sich Maximilian Thiel.

Startelf auf zwei Positionen verändert

Und Trainer Sascha Lewandowski sagte: „Bis zum 2:0 war der Mannschaft eine Verunsicherung anzumerken. Aber es war ein wichtiger Schritt. Von der Teammentalität und der Defensive hat sich die Mannschaft sehr gut verhalten.“

Die beiden Änderungen in der Aufstellung – Sören Brandy und Dennis Daube raus, dafür Skrzybski und Stephan Fürstner rein – sollten sich bezahlt machen.

Dass es ausgerechnet Damir Kreilach gewesen ist, der Union in Führung gebracht hat, passt ins Bild. Der Kroate war am Montag von Lewandowski als Kapitän entmachtet worden, Benjamin Kessel ist Unions neuer Spielführer. Als er gebraucht wurde, war Kreilach jedoch zur Stelle. Fürstner führte einen Eckball kurz auf Thiel aus, dessen Flanke segelte von rechts an den langen Pfosten, wo Kreilach das Spielgerät über die Linie drückte (27.).

Wood, Quaner und Thiel vergeben beste Chancen

Die Führung tat Union sichtlich gut. Nicht dass sie Ball und Gegner beherrschten, doch der Treffer gab Sicherheit in vielen Aktionen. Bis auf einen Schuss von Andreas Voglsammer brachte Heidenheim nichts auf das Tor von Union-Keeper Daniel Haas. Voglsammer vergab nach der Pause auch die erste Chance der nun stürmischer anrennenden Gastgeber (47.).

Doch mit Skrzybskis zweitem Saisontor schien es nicht mehr, als würde Union die Partie noch aus der Hand geben. Lediglich bei einem Harakiri-Ausflug von Haas wurde es noch mal brenzlig, Verteidiger Toni Leistner klärte per Kopf für seinen geschlagenen Torhüter.

Bobby Wood (64.), Collin Quaner (86.) und Thiel (87.) sogar Chancen auf einen dritten Union-Treffer.