Zweite Liga

Unions Daube freut sich auf ein Familientreffen

| Lesedauer: 3 Minuten
Michael Färber
Unions Mittelfeldspieler Dennis Daube besticht durch seine Ruhe am Ball

Unions Mittelfeldspieler Dennis Daube besticht durch seine Ruhe am Ball

Foto: Fotostand / Loerz / picture alliance / Fotostand

Unions Mittelfeldspieler Dennis Daube trifft erstmals auf seinen Herzensverein St. Pauli. Zugleich profitiert er vom Trainerwechsel.

Berlin.  Dennis Daube als Heißsporn zu bezeichnen, wäre in etwa so, als würde man die derzeitigen Herbsttage mit unerträglicher Hitze umschreiben. Was nicht gegen den Mittelfeldspieler des 1. FC Union spricht. Ruhe ist wohl der Begriff, der ihn am besten charakterisiert. Sascha Lewandowski, der Trainer des Fußball-Zweitligisten, spricht von einem „angenehmen, reflektierenden Menschen“. Und wird durch den 26-Jährigen prompt bestätigt.

„Die Atmosphäre hier ist sehr gemütlich“, sagte Daube über das Altstadtcafé in Köpenick, in dem er gerade sitzt und gern mal abschaltet. Von Aufgeregtheit, weil es am Sonnabend gegen seinen alten Klub FC St. Pauli geht, kaum eine Spur. Oder vielleicht doch?

„Wenn man gegen seinen Herzensverein spielt, ist es immer etwas Besonderes. Ich habe elf Jahre bei St. Pauli gespielt, bin dort zum Profi gereift. Aber ich möchte mit Union auch ganz klar dieses Spiel gewinnen“, sagt der sympathische Hamburger, für den der große Stadtrivale Hamburger SV im Übrigen „nie ein Thema gewesen“ ist.

Den Schritt nach Köpenick nicht bereut

Union hingegen schon. Ähnlich familiäres Umfeld, ähnliche Fankultur, „ich bereue den Schritt auf keinen Fall“, so Daube. Auch wenn er in den ersten Wochen überhaupt nicht ankommen wollte in Köpenick. „Mit dem Trainerwechsel möchte ich nun einen kompletten Neustart machen“, sagt der Mittelfeldspieler mit der Spezialität Standardsituationen.

„Am Anfang habe ich mich schon recht schwer getan, hatte auch ein wenig Pech mit der Sprunggelenksverletzung. Man will als neuer Spieler sofort da sein und zeigen, was man kann. Diese Last habe ich abgelegt“, ist sich Daube sicher. Zuletzt stand er dreimal die vollen 90 Minuten auf dem Platz, Coach Lewandowski sieht in ihm einen „richtig guten Fußballer“.

Die Verbundenheit zu seiner Heimat ist dennoch geblieben. „Es ist mein erster Profiwechsel. Das ist auch nicht mal eben so gemacht. Für mich war alles Neuland. Und ich bin auch nicht der Typ, der St. Pauli dann so einfach abhakt.“ Zumal er bei den Heimspielen immer Besuch erhält, die Eltern Bernd und Claudia sowie Schwester Mayleen sind stets im Stadion.

Die Bratwurst stört nicht mehr

Die Familie hat ihm auch in den ersten schwierigen Wochen geholfen, die er unter Ex-Trainer Norbert Düwel erlebte. Ihm die Kraft für die Geduld gegeben, die man manchmal im Profigeschäft einfach haben muss. „Klar bauen einen die Eltern immer wieder auf. Man sieht aber auch immer wieder, wie schnell es im Fußball gehen kann“, sagt Daube.

Selbst an den Bratwurstgeruch in der Alten Försterei hat er sich inzwischen gewöhnt. Das war als Gast mit St. Pauli noch anders. „Julian Koch, der damals neben mir im defensiven Mittelfeld gespielt hat, musste sich sogar auswechseln lassen, weil ihm schlecht wurde.“

Das kann Daube nicht passieren. Er ist inzwischen angekommen bei Union.