Gegen Braunschweig

Eintrachts Boland hat gegen Union den Bogen raus

Die Köpenicker verlieren unglücklich in Braunschweig. Schon nach 16 Minuten hatte Boland die Eintracht in Führung gebracht.

Unions Wood (l.) bleibt an Braunschweigs Sauer hängen

Unions Wood (l.) bleibt an Braunschweigs Sauer hängen

Foto: Martin Rose / Bongarts/Getty Images

Braunschweig.  Benjamin Kessel wischte sich mit seinem Trikot über das Kinn, während er ein wenig nachdenklich drein schaute. Unweit entfernt vom Abwehrspieler jubelten die Blau-Gelben von Eintracht Braunschweig. Noch in der vergangenen Saison hätte Kessel mitgejubelt, am Sonntagnachmittag stand er auf der anderen Seite, auf der des 1. FC Union, und musste eine Niederlage an alter Wirkungsstätte verarbeiten. 1:2 (1:1) hatte der Berliner Fußball-Zweitligist gerade verloren. Unnötig und unglücklich obendrein.

„Wir waren sehr dominant in der zweiten Halbzeit, haben sehr gut nach vorne gespielt – und dann bekommen wir so einen Weitschuss“, sagte Union-Trainer Sascha Lewandowski. Mirko Boland hatte aus 25 Metern abgezogen, und hätte Unions Dennis Daube den Ball nicht abgefälscht, wäre der Ball irgendwo weit weg vom Tor von Schlussmann Daniel Haas gelandet. So wurde es eine Bogenlampe, die über Haas hinweg an die Latte klatschte und von dort hinter die Linie (79.). Schon nach 16 Minuten hatte Boland die Eintracht mit einem Kopfball, der ähnliche Flugeigenschaften aufwies wie der zweite Braunschweiger Treffer, in Führung gebracht.

Dazwischen lag eine intensive, zum Teil nickelig geführte Partie. Union spielte mit Michael Parensen, der mit Ellenbruch eine Armmanschette trug, in der Innenverteidigung und Christopher Trimmel links in der Viererkette, eine erste Halbzeit, in der gut dagegengehalten wurde, und eine zweite Halbzeit, in der die Köpenicker die Partie vor 22.590 Zuschauern immer mehr an sich rissen. Einziges Manko: die Chancenverwertung. Bobby Wood schoss nach einer herrlichen Kombination über Steven Skrzybski, Daube und Damir Kreilach aus zwölf Metern über das Tor (55.). Sören Brandy setzte wenig später einen Kopfball neben den Kasten (65.).

So blieb es beim einzigen Union-Treffer durch Kessel. Nachdem Braunschweig-Torwart Rafal Gikiewicz Brandy im Strafraum zu Fall gebracht hatte, verwandelte der Abwehrmann den fälligen Strafstoß eiskalt zum 1:1 (27.). Gejubelt hat Kessel nach dem Tor nicht, aus alter Verbundenheit gegenüber der Eintracht, für die er fünf Jahre lang gespielt hatte. Klar, dass ihm auch nach Abpfiff nicht wirklich zum Jubeln zumute war.