Berlin

1. FC Union stellt Immobilie für Flüchtlinge zur Verfügung

Unbürokratische Hilfe: In den Wintermonaten wird ein geplantes Fanhaus von Union Berlin zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt.

Engagiert für Flüchtlinge: Union-Präsident Dirk Zingler

Engagiert für Flüchtlinge: Union-Präsident Dirk Zingler

Foto: dpa Picture-Alliance / Britta Pedersen / picture alliance / dpa

Auch der Sport in Berlin rückt angesichts der dramatischen Zuspitzung der Flüchtlingssituation in Europa zusammen. Viele Vereine organisieren Willkommensangebote, um den aus ihrer Heimat geflohenen Menschen etwas Freude und Ablenkung zu geben. Auch wenn es manchem Klub nicht leichtfallen mag, denn er muss den zeitweiligen Verlust von Trainingshallen verschmerzen, die für die Unterbringung der Flüchtlinge in der Hauptstadt dringend benötigt werden.

Jetzt ist der Fußball-Zweitligist 1. FC Union selbst initiativ geworden, um geflüchteten Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Der Klub entschied sich, die eigenen Pläne für die Anfang des Jahres erworbene Immobilie in unmittelbarer Nähe des Stadions An der Alten Försterei in Köpenick vorerst zurückzustellen. Unbürokratische Hilfe der Eisernen geht vor Vereinsinteressen: In den Wintermonaten wird das Gebäude dem Land Berlin als Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt.

„Wir können Flüchtlingsströme nicht beeinflussen oder die internationale Politik verändern, und als Fußballverein ist es auch nicht unsere Aufgabe“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler am Donnerstag. „Aber wir sind humanistischen Grundwerten verpflichtet und können hier in unserer Stadt, in unserem Umfeld denjenigen helfen, die unsere Hilfe benötigen.“ Das Gebäude mit einer Fläche von etwa 1200 Quadratmetern sollte künftig als Fanhaus mit Büros, Gastronomie und einem Servicecenter dienen. Doch es gibt momentan Wichtigeres. „Wenn durch die Bereitstellung unserer Flächen nur eine Sporthalle in Berlin weniger umgewidmet werden muss, ist allen geholfen“, sagte Zingler.

Nach Angaben des Landessportbundes haben inzwischen bereits 40 Berliner Vereine Sport- und Bewegungsangebote im Rahmen von Kooperationen mit Flücht­­lingsunterkünften ins Leben gerufen.