Flüchtlinge

ARD sagt Hauptstadttreff wegen Flüchtlingskrise ab

Wegen der Flüchtlingskrise verzichtet die ARD auf ihren jährlichen Hauptstadttreff. Dieser war für den 24. September geplant.

Blick in das ARD-Hauptstadtstudio: Das jährliche Treffen in den Räumen an der Wilhelmstaße sagte der Sender wegen der Flüchtlingskrise jetzt ab

Blick in das ARD-Hauptstadtstudio: Das jährliche Treffen in den Räumen an der Wilhelmstaße sagte der Sender wegen der Flüchtlingskrise jetzt ab

Foto: Paul Zinken / dpa

Unter dem Eindruck der aktuellen Flüchtlingskrise hat die ARD jetzt entschieden, ihren für den 24. September geplanten jährlichen Hauptstadttreff abzusagen.

„Unser anvisierter Termin stellte sich als denkbar ungünstig heraus, an diesem Tag findet das wichtige Sondertreffen des Bundes mit den Ländern zum Thema Flüchtlinge statt. Wir denken, dieser 24.September verlangt andere Prioritäten“, heißt es in einem Schreiben. Unterzeichnet ist es von Dagmar Reim, Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg, Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, sowie Tina Hassel, Studioleiterin und Chefredakteurin des ARD-Hauptstadtstudios.

Seit 2004 laden die RBB-Intendanz, die Programmdirektion des Ersten Deutschen Fernsehens und die Studioleitung des ARD-Hauptstadtstudios einmal jährlich zu dem hochrangig besetzten Treffen von Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien in das Sendestudio an der Wilhelmstraße im Berliner Regierungsviertel.

Programmschwerpunkt zum Thema

In dem Schreiben heißt es weiter: Trotz einer großen Zahl von Zusagen von Vertreterinnen und Vertretern von Regierung und Opposition aus Bund und Ländern, Medien- und Kulturschaffenden, Spitzen der Parteien sowie gesellschaftlicher Institutionen und Verbände habe man sich mit großem Bedauern zu der Absage entschieden. Stattdessen werde „Das Erste“ am selben Abend einen Programmschwerpunkt zu dem Thema Flüchtlinge setzen.

Bis zum Flüchtlingsgipfel am 24. September sollen nach den Worten von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) mehrere Gesetzentwürfe fertig sein, um den Flüchtlingsandrang zu bewältigen. Im Oktober soll das Gesamtpaket in Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.

Es gehe zum Beispiel darum, Vergabe- und Bauvorschriften zu lockern, damit schnell mehr Flüchtlingsunterkünfte verfügbar sind. De Maizière denkt auch über eine Verfassungsänderung nach, damit der Bund den Kommunen direkte Finanzhilfen zukommenlassen kann.

Die Polizei hat den Tatort an der Heerstraße abgesperrt

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Foto: Lorenz Vossen