Flüchtlinge

Henkel: Asylbewerber vom Balkan in wenigen Wochen abschieben

Berlins Innensenator will Asylbewerber vom Balkan möglichst schnell abschieben. Man brauche für sie eine eigene Aufnahmeeinrichtung.

Berlins Innensenator Frank Henkel

Berlins Innensenator Frank Henkel

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Während weiter Flüchtlinge nach Berlin kommen, denkt der Innensenator über Abschiebungen innerhalb einiger Wochen nach. Gleichzeitig melden sich viele Beamte zur Unterstützung der überlasteten Kollegen im Lageso.

Berlin (dpa/bb) - Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) will sein verschärftes Vorgehen bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber beibehalten. „Berlin hat die Abschiebezahlen in den letzten Jahren deutlich gesteigert und liegt auch im Bundesvergleich im vorderen Bereich“, erklärte Henkel am Donnerstag. Er kündigte an, diesen Kurs „entschieden“ weiter zu verfolgen. Am späten Donnerstagabend wurden noch drei Busse mit Flüchtlingen auf dem Olympiagelände in Berlin erwartet, teilte die Senatssozialverwaltung mit.

Henkel betonte, nötig sei zudem eine zusätzliche Aufnahmeeinrichtung nur für Asylbewerber vom Westbalkan. Vorgespräche darüber gebe es bereits. „Wir brauchen alle Kapazitäten, für die Menschen, die wirklich unsere Unterstützung und wirklich unsere Hilfe brauchen“, betonte er im Radiosender 91,4. Für die anderen müsse man „innerhalb von fünf bis sechs Wochen zu einer zügigen Rückführung kommen“.

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Der Senator lobte die Pläne der Bundesregierung zur schnelleren Abschiebung. „Wir werden die Situation nur bewältigen können, wenn die Ausreisepflicht abgelehnter Asylbewerber auch konsequent durchgesetzt wird.“ Jeder Mensch habe Anspruch auf ein faires Asylverfahren. „Wer jedoch abgelehnt worden ist, muss in seine Heimat zurückkehren. Auch das gehört zu einem rechtsstaatlichen Verfahren.“