Die erste Belohnung für die Mannschaft gab es bereits nach einer Woche. Weil die Profis des 1. FC Union in den ersten Tagen der Vorbereitung auf die Saison 2015/16 gut gearbeitet haben, bekamen sie den letzten Nachmittag des Kurztrainingslagers in Neuruppin frei. Und nicht nur das, auch der Montag dient der Erholung von den ersten Einheiten.

„Wir konnten unter hervorragenden Bedingungen hier sehr konzentriert arbeiten. Die Spieler haben sehr gut mitgezogen – darauf können wir in den nächsten Tagen aufbauen“, lobte Trainer Düwel seine Spieler.

Tatsächlich hat die erste von insgesamt knapp fünf Vorbereitungswochen gezeigt, dass es die Einheiten in sich haben, die die Köpenicker Kicker zu absolvieren haben. Zugang Collin Quaner musste zu Beginn wegen einer Prellung im Gesicht ein wenig kürzer treten. Raffael Korte und Dennis Daube wurden im zweiten Testspiel wegen muskulärer Probleme gegen den MSV Neuruppin (10:1) ebenso geschont wie Stephan Fürstner, der wegen einer aufgescheuerten Ferse passen musste.

Mögliche Spielsysteme in der Testphase

Auch was die künftige Spielweise der Berliner angeht, gab es erste Hinweise. Im ersten Test gegen den SV Falkensee-Finkenkrug (8:1) ließ Düwel mit nur einem defensiven Mittelfeldspieler (erst Fürstner, dann Daube) agieren.

Und gegen Neuruppin wartete Union sogar in einem 3-4-3 auf. „Wir haben einiges ausprobiert. Daraus lassen sich schon einige Erkenntnisse ziehen, was Positionen und mögliche Spielsysteme angeht“, sagte Düwel.

Dass der Coach taktische Flexibilität von seinem Team fordert und nur ein Spielsystem, in dem eine Elf die gesamte Saison über agiert, ohnehin für überholt sieht, ist ja längst bekannt.

Nikci kommt aus Nürnberg

Bekannt ist seit Sonntag auch, wer der siebte Zugang für die am 24. Juni beginnende Zweitliga-Saison ist. Adrian Nikci heißt der Mittelfeldspieler, der in der Offensive für zusätzliche Belebung sorgen soll. Der 25-Jährige Schweizer, geboren in Sarajevo, wechselt vom 1. FC Nürnberg an die Alte Försterei und erhielt einen Einjahresvertrag.

„Ich kenne Adrian aus meiner Zeit bei Hannover 96 sehr gut und weiß um sein enormes Potenzial. Er hat zuletzt etwas Pech gehabt, trotzdem bin ich überzeugt davon, dass er uns fußballerisch weiterhelfen kann“, kommentierte Düwel die Verpflichtung.

Nikci, den im September 2012 eine Hirnhautentzündung außer Gefecht gesetzt hatte, hofft in Berlin auf einen Neuanfang: „Ich freue mich auf die anspruchsvolle Aufgabe. Alles, was ich bisher von Union gesehen habe, ist sehr überzeugend. Ich freue mich darauf, hier zu arbeiten und werde alles dafür tun, um möglichst schnell ein wichtiger Teil der Mannschaft zu werden.“