Die erste Trainingseinheit fiel ins Wasser. Mit einem Betriebsausflug in den Spreewald stimmte sich der 1. FC Union am Montag auf die bevorstehende Saison ein. Die Mannschaft von Trainer Norbert Düwel sowie die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und der Stadion AG (insgesamt 120 Personen) dokumentierten damit jenen Zusammenhalt, der den Berliner Fußball-Zweitligisten an die Tür zur Bundesliga bringen soll. Motto: Wir sitzen alle in einem Boot.

Dass dieser Ausflug möglich wurde, lag an den Profis selbst. „Alle sind in einem guten Zustand. Die Spieler sind professionell mit der Pause umgegangen und haben gut gearbeitet“, freute sich Trainer Düwel. Auch die Tatsache, dass die Personalplanungen gut vorangekommen sind, half natürlich. Abgeschlossen sind sie allerdings noch nicht.

„Wir müssen weiter arbeiten. Es wäre wünschenswert, dass wir zu Beginn unseres Trainingslagers die Mannschaft zusammen haben“, sagte Düwel. Soll heißen: Union will bis zum Abflug nach Bad Kleinkirchheim/Österreich am 3. Juli auch die Personalie Sebastian Polter abschließend geklärt wissen

Klar ist auch: Union schaut sich trotz aller Hoffnung, dass der Rekordstürmer (14 Saisontore in 2014/15) den Bundesligisten FSV Mainz 05 vielleicht doch noch endgültig in Richtung Alte Försterei verlassen kann, längst nach einem Ersatz um. Nico Schäfer, Unions kaufmännisch-organisatorischer Leiter, kündigte bereits an, dass die Köpenicker „noch auf zwei, drei Positionen etwas tun wollen“.

Kader soll vergrößert werden

Das hat nicht zuletzt auch etwas mit der Kaderstärke zu tun. Denn von den 26 Spielern, die Union zum Trainingsauftakt am Sonntag präsentierte, waren – die beiden Talente Jonas Beyer und Nils Stettin sowie der krebskranke Benjamin Köhler einmal ausgenommen – nur 20 Feldspieler. Doch gerade die abgelaufene Spielzeit mit zahlreichen verletzten Spielern hat gelehrt, dass der Kader nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ breit aufgestellt sein muss, wenn die Aufstiegsplätze ins Visier genommen werden sollen.

Außer Frage steht damit, dass Union in jedem Fall noch einen Angreifer braucht für den wahrscheinlichen Fall, dass die Mainzer Unions Offerte für Polter über 1,5 Millionen Euro weiterhin nicht annehmen werden. Ein zahlungskräftiger Mitbewerber scheint dennoch aus dem Rennen zu sein. Laut „Kicker“ spielt der 24-jährige Polter in den Überlegungen von Erstligist Hannover 96 offenbar keine Rolle mehr. Für Aufsteiger FC Ingolstadt gilt dies allerdings nicht.

Düwel macht jedenfalls weiter in Optimismus, was einen Verbleib Polters bei Union angeht. „Der Verein ist weiterhin bemüht. Ich habe ein positives Gefühl“, lässt Düwel bei jeder sich bietenden Gelegenheit wissen. Weil er auch weiß, was er an Polter hat. Vor allem seine Tore sind es gewesen, die Union nach dem desaströsen Start Schritt für Schritt aus dem Tabellenkeller geführt haben. Dazu kommt die Spielwiese des Angreifers, dessen Führungsqualitäten auf dem Platz und auch außerhalb nur schwer zu ersetzen sein werden.

Erster Test in Falkensee

Schon am Dienstag (18.30 Uhr) können sich die sechs Zugänge – und nicht nur die – dafür empfehlen, zumindest in Sachen Führungsspieler die Lücke zu schließen, die Polter hinterlassen hat. Beim SV Falkensee-Finkenkrug steigt das erste von sieben Testspielen für die Köpenicker Kicker. Der Brandenburg-Ligist (sechste Liga) hat die Partie auf dem Sportplatz Ringpromenade schon zum Spiel des Jahres auserkoren.

Vor den ersten 90 Testminuten der Saison bittet Trainer Düwel seine Mannschaft zur ersten echten Übungseinheit an der Alten Försterei (10 Uhr).

Leinen los, auf in die neue Saison: Christopher Quiring (v.r.) bricht mit den Profis und Mitarbeitern des 1. FC Union auf zu einer Kahnfahrt durch den Spreewald BM/AFTV-online.de