Zweite Liga

Sebastian Polter schießt sich in Unions Geschichtsbücher

Union feiert zum Saisonabschluss ein 2:0 gegen Eintracht Braunschweig und beendet die Saison als Zweitliga-Siebter. Stürmer Polter egalisiert dabei den Uraltrekord von Sreto Ristic.

Foto: Annegret Hilse / dpa

Der 1. FC Union hat die Zweitliga-Saison 2014/15 mit einem Sieg beendet. Die Mannschaft von Trainer Norbert Düwel bezwang am letzten Spieltag Eintracht Braunschweig mit 2:0 (0:0). 21.717 Zuschauern bildeten dabei in der Alten Försterei einen stimmungsvollen Rahmen.

Vor dem Spiel wurden jene sechs Spieler verabschiedet, die keinen neuen Vertrag für die kommende Saison erhalten haben. Mario Eggimann, Martin Kobylanski, Valmir Sulejmani und Björn Kopplin wurden dabei von den Fans noch einmal mit dem obligatorischen „Fußballgott“ bedacht. Bei David Hollwitz stimmten die Anhänger in Sprechchören sogar den Namen des scheidenden Kapitäns der zweiten Union-Mannschaft an.

Emotional wurde es dann bei Björn Jopek. Der Mittelfeldspieler machte keinen Hehl daraus, wie schwer dem 21-Jährigen der Abschied von der Alten Försterei fällt. Seine Tränen hielt er jedenfalls nicht zurück, kein Wunder, war Jopek doch 14 Jahre für den Köpenicker Klub aktiv.

Jopek kam für Skrzybski

Gegen Braunschweig musste Jopek jedoch zunächst auf die Bank, er wurde in der 78. Minute für Steven Skrzybski eingewechselt. Mittelfeldmann Kobylanski durfte hingegen die erste Halbzeit spielen, zur Pause kam Sören Brandy für ihn. Verteidiger Kopplin durfte über die volle Distanz ran. Zusammen mit Kobylanski agierte im letzten Auftritt der Saison 2014/15 auf der rechten Seite.

Obwohl es für beide Mannschaften um nichts mehr ging (Union hatte sich längst im Mittelfeld der Tabelle eingenistet, Braunschweig den erhofften Wiederaufstieg längst verpasst), entwickelte sich ein flottes Zweitliga-Spiel. Beide Teams versuchten, Fußball zu spielen, mit Tempo, Kombinationen und vor allem auf direktem Weg zum gegnerischen Tor.

Die erste große Torchance des Spiels vergab Sebastian Polter. Der Union-Stürmer, dessen Leihvertrag endet und der – Stand jetzt – im Sommer zu Mainz 05 zurückkehren wird, wurde nach feinem Doppelpass mit Kobylanski im letzten Moment gestoppt (26.).

Wenig später setzten die Braunschweiger erste Achtungszeichen. Julius Düker scheiterte an Union-Torwart Daniel Haas (29.), Marc Pfitzner zielte aus gut 30 Metern zu hoch (30.) und Nik Omladic setzte einen Kopfball rechts am Tor vorbei (34.).

Das 1:0 war geradezu ein Geschenk für Union

Drei Minuten nach Wiederbeginn dann endlich Jubel in der Alten Försterei. Eintracht-Verteidiger Benjamin Kessel spielte einen Rückpass zu Saulo Decarli, dem der Ball prompt von Fabian Schönheim weggespitzelt wird. Ein Geschenk, das der Union-Abwehrmann nicht ablehnen konnte, 1:0 (48.). Dass ausgerechnet Kessel, der in der kommenden Saison für Union spielen wird, dieser Fauxpas unterlief, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. „Wir müssen den Ball in dieser Situation einfach auf die Tribüne schießen“, sagte der Unglücksrabe.

Dann kam die 59. Minute und aus Union-Sicht ein Moment für die Vereinschronik, der untrennbar mit dem Namen Sebastian Polter verbunden sein wird. Als der Stürmer in bester Vollstreckermanier zum 2:0 einschob, hatte Polter sein 14. Saisontor erzielt und damit den Saisonrekord von Sreto Ristic aus der Saison 2001/02 eingestellt. 14 Tore, mehr hat noch kein Union-Profi in einer Zweitliga-Saison erzielt.

Es war der Schlusspunkt einer Partie, in der Braunschweigs Jan Hochscheidt noch den Pfosten traf und die Union verdient gewann. Zugleich war es das Ende einer Umbruchsaison, die die Köpenicker mit 47 Punkten und damit auf dem siebten Platz beendeten. „Es ist sicherlich nicht alltäglich, vom 18. Platz im Herbst noch auf Platz sieben zu klettern“, lobte Trainer Düwel seine Mannschaft.

Live-Musik im Biergarten

Und während die Union-Fans bei anschließender Live-Musik im Biergarten neben dem Stadion und bei der Autogrammstunde mit allen Spielern die Spielzeit ausklingen ließen, brachen in Darmstadt alle Dämme. Die Lilien, erst im vergangenen Sommer in die Zweite Liga aufgestiegen, schafften den Durchmarsch in die Bundesliga durch ein 1:0 (0:0) gegen den FC St. Pauli.

Der Karlsruher SC steht nach dem 2:0 (1:0) gegen 1860 München in der Relegation zum Oberhaus gegen den Hamburger SV. Der 1. FC Kaiserslautern bleibt nach dem 1:1 (1:0) gegen Zweitliga-Meister FC Ingolstadt als Tabellenvierter hingegen zweitklassig.

Im Liga-Keller folgt Erzgebirge Aue dem VfR Aalen in die Dritte Liga. Die Aufholjagd in Heidenheim (2:2 nach 0:2) nutzte dem Team von Coach Tomislav Stipic nichts mehr. Nachsitzen muss 1860 München in der Relegation gegen Holstein Kiel, den Drittliga-Dritten.

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