Saisonfinale

Union macht den nächsten personellen Schnitt

Bei Union herrscht am letzten Spieltag gegen Braunschweig Abschiedsstimmung. Sechs Spieler verlassen den Zweitligisten, weil ihnen nicht mehr zugetraut wird, mit Union den nächsten Schritt zu gehen.

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Es wird Blumen geben und die obligatorischen Bilder, wie immer, wenn der 1. FC Union im letzten Heimspiel der Saison Spieler verabschiedet. In diesem Jahr bekommen gleich sechs Akteure diesen Abschiedsgruß vor dem Spiel gegen Eintracht Braunschweig am Pfingstsonntag (15.30 Uhr, Alte Försterei). Union beendet die Spielzeit 2014/15 so, wie sie begonnen wurde: mit einem großen Schnitt beim sportlichen Personal.

Über die komplette Saison betrachtet, „haben wir auf einigen Positionen gesehen, dass es nicht für den nächsten Schritt reichen wird. Das sind Überlegungen, die man nicht von heute auf morgen macht. Deshalb müssen wir Veränderungen vornehmen“, sagte Trainer Norbert Düwel. Kurzum: Dem Sextett wird nicht zugetraut, maßgeblich dazu beizutragen, dass Union in den nächsten Jahren an das Tor zur Bundesliga klopfen kann.

So wird Björn Jopek nach 14 Jahren bei Union den Klub verlassen müssen. Trotz seiner technischen Fähigkeiten fehlte dem 20-Jährigen die Dynamik für das von Düwel favorisierte schnelle Umschaltspiel. Der Coach spricht von „unterschiedlichen Auffassungen“, was den Spielstil angeht. Trotz seiner oft guten Einsätze im letzten Saisondrittel im defensiven Mittelfeld, gekrönt durch die beiden Treffer gegen den Klassenprimus FC Ingolstadt (2:2), konnte Jopek den Rückstand nicht mehr entscheidend aufholen. „Vielleicht ist eine Veränderung für den einen oder anderen auch mal besser für die Entwicklung“, so Düwel.

Von Kobylanski hatte man sich mehr versprochen

Ein Satz, der auch auf Björn Kopplin zutrifft. Der Verteidiger hat „sein Potenzial nicht immer ausgeschöpft“, erklärte Düwel. Trotz allen Bemühens gelang es Kopplin seit seiner Rückkehr zu Union aus Bochum (2012) nur sehr selten zu zeigen, warum er für höhere Aufgaben geeignet ist. Und mit seinen 26 Jahren zählt der Berliner zu jenen Profis, die den Durchbruch zum gestandenen Zweitliga-Spieler geschafft haben sollten.

Dass sich Union nach einem Jahr Leihe von Martin Kobylanski trennt, darf als Enttäuschung gewertet werden. Von dem 21-jährigen Deutsch-Polen hatte sich nicht nur Düwel ohne Zweifel mehr versprochen. Der Offensivspieler kam zumeist nur zu Kurzeinsätzen, in denen er dem Spiel seinen Stempel nicht aufdrücken konnte. Es bleiben drei Saisontreffer.

Mario Eggimann beendet seine zwei Jahre Pech bei Union, der 34-jährige Schweizer war mehr verletzt als einsatzfähig. Union-II-Kapitän David Hollwitz, 26, und der aus Hannover ausgeliehene Valmir Sulejmani, 19, spielten ohnehin keine Rolle.