Vor der Geschäftsstelle warteten geduldig etliche Fans, um sich die ersten Tickets für das Weihnachtssingen des 1. FC Union zu sichern. Auf dem Trainingsplatz plauschte Cheftrainer Norbert Düwel angeregt und friedvoll mit Präsident Dirk Zingler. Entspannt zogen die Spieler ihr Programm durch. Ziemlich konträr also stellt sich die Situation beim Berliner Zweitligisten dar im Vergleich mit der vor fünf Wochen. Wie jetzt auch gingen die Fußball-Profis aus Köpenick damals in eine Länderspielpause, allerdings mit sehr viel Ungewissheit angesichts einer tiefen Krise.
Doch die dazwischen liegenden sieben Punkte aus vier Spielen haben eine ungemein beruhigende Wirkung. Ein paar Fehler wurden abgestellt. „Wir haben gerade am Torabschluss gearbeitet und auch daran, die Kompaktheit im Spiel zu haben. Ich denke, dass die Zahnräder langsam immer besser ineinander fassen“, sagt Innenverteidiger Toni Leistner zu diesem Aufschwung. Das gibt Trainer Norbert Düwel das Vertrauen zu erzählen: „Wir haben eine richtig gute Mannschaft, auch wenn der Tabellenplatz das im Moment nicht ausdrückt.“ Sein Team ist vorangekommen, aber es ist noch nicht angekommen. Ein bisschen mehr als Platz 13 wäre wohl möglich, gäbe es da nicht dieses eine Problem, das sich zuletzt aufgetan hat.
Testspieler aus der Ukraine
In Ingolstadt beim 3:3 wurde Union eine Schwäche bei gegnerischen Standards ebenso zum Verhängnis wie zuvor gegen Fürth (0:1). Fünf der letzten sechs Gegentreffer resultierten aus ruhenden Bällen. „Bei Standards muss sich jeder im Kopf klar werden, dass er seinen Gegenspieler hat. Zur Not muss er sich an ihm festklammern. Und die Zuordnung muss eben stimmen, das war beim Tor zum 3:3 nicht so, da wussten alle nicht so recht, wer wen hat“, sagt Leistner. Mit gezielten Übungen kämpften die Berliner vor dem Auftritt in Ingolstadt bereits gegen die Konfusion bei Ecken und Freistößen an, trotzdem fielen gleich zwei Gegentore auf diese Weise. „Wir müssen das besser verteidigen“, fordert Düwel, der wie alle zwar mit dem Punkt beim Tabellenführer zufrieden war, aber nach dem Ausgleich der Gastgeber in der Nachspielzeit auch zwei Zähler verschenkt sah. „Ein lachende und ein weinendes Auge“ hatte Leistner, der am 3:3 beteiligt gewesen war.
Mit der Pause bieten sich nun gut zwei Wochen Zeit, sich den Standards intensiver zu widmen. „Da sollte man nie ruhen, da hilft nur, dass jeder einzelne auch in den Trainingseinheiten konzentriert dran bleibt“, sagt Verteidiger Leistner. Union sucht offenbar auch nach Lösungen von außen, um generell die Stabilität in der Defensive zu erhöhen. Am Dienstag ist der Ukrainer Andrej Zurikov Trainingsgast in Köpenick, am Donnerstag wird er im Testspiel gegen den tschechischen Erstligisten Dukla Prag mitwirken (19 Uhr, Alte Försterei). Der 22-Jährige, der zum Kader von Dynamo Kiew gehört, ist auf der linken Abwehrseite daheim.





