Zweite Liga

Union verspielt in Ingolstadt gleich zweimal eine Führung

Zweitligist Union hatte den FC Ingolstadt am Rand der ersten Niederlage in der laufenden Saison. Doch in der Nachspielzeit war es ausgerechnet ein ehemaliger Herthaner, der den Spitzenreiter rettete.

Foto: Armin Weigel / dpa

Es hätte ein Sonntagnachmittag der Premieren werden können. Im 13. Saisonspiel hatte es der 1. FC Union endlich geschafft, mal ein Tor vor der Pause zu erzielen. Ach was, gleich zwei Treffer waren dem Berliner Fußball-Zweitligisten beim FC Ingolstadt gelungen. Und der Spitzenreiter sah sich bereits mit der ersten Niederlage in dieser Spielzeit konfrontiert.

Dann begann die Nachspielzeit, in der Andre Mijatovic hochstieg und die Hoffnungen der Köpenicker zu Fall brachte. Die Enttäuschung nach dem 3:3 (2:2) gegen die Bayern war groß. Verständlicherweise, hatte die Mannschaft von Trainer Norbert Düwel vor 8008 Zuschauern doch gleich zweimal eine Führung verspielt. Zu allem Überfluss zog sich auch noch Rechtsverteidiger Christopher Trimmel einen Nasenbeinbruch zu.

„Den Punkt nehmen wir zwar gerne mit“, sagte Stürmer Sebastian Polter, „aber wir hätten hier auch gern gewonnen.“ Dank Polter sah es auch so aus, als könne Union den zweiten Auswärtssieg einfahren. In der 79. Minute nahm der Angreifer ein Zuspiel von Maximilian Thiel an der Strafraumgrenze auf, strebte in den Sechzehner der Ingolstädter – von Verteidiger Benjamin Hübner nur unzureichend gestört – und schob den Ball durch die Beine von Torwart Ramazan Özcan ins Tor.

Dilettantisches Verhalten beim Ausgleich

Der 3:2-Vorsprung hielt, bis Ex-Herthaner Mijatovic dem FCI nach einem Eckball und einer Kopfball-Vorlage von Marvin Matip das Remis sicherte, mit robustem Einsatz gegen Unions Toni Leistner in der Nachspielzeit. „Es gelingt uns, mit einer Aktion den Spielverlauf der zweiten Halbzeit auf den Kopf zu stellen. Beim erneuten Ausgleich in der Schlussminute stellen wir uns natürlich dilettantisch an“, sagte Coach Düwel sichtlich enttäuscht.

Zurecht, denn seine Mannschaft stand in der ersten Halbzeit gut und spielte, wie von Düwel gefordert, mutig nach vorne. Der Coach hatte sein Team dafür umgestellt. Für den Rot-gesperrten Sören Brandy rutschte Damir Kreilach als zweiter Sechser neben Benjamin Köhler, zudem ersetzte Martin Kobylanski im zentralen Mittelfeld Eroll Zejnullahu. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem zu Unrecht wegen Abseits aberkannten Kopfballtor von FCI-Kapitän Matip (4.) bekamen die ganz in Weiß spielenden Berliner die Partie in Griff.

Thiel scheiterte noch aus elf Metern an Özcan (7.) , zehn Minuten später ließ Köhler dem Torhüter vom Elfmeterpunkt jedoch keine Chance. Konstantin Engel hatte Christopher Quiring gefoult. Nur vier Minuten später schickte Kreilach mit einem herrlichen Pass eben jenen Quiring mustergültig auf die Reise. Und Unions-Flügelflitzer schloss humorlos ab – 2:0 nach 21 Minuten.

Testspiel gegen tschechischen Erstligisten Dukla Prag

Union lag überraschend vorn – und sorgte auch dafür, dass der Spitzenreiter wieder ins Spiel fand. In der 36. Minute schüttelte Mathew Leckie Unions Abwehrmann Roberto Puncec im Strafraum ab, ehe der herangeeilte Michael Parensen den Gegner übernahm. Doch beim Klärungsversuch traf der Linksverteidiger den Ball derart unglücklich mit dem Schienbein, dass dieser per Bogenlampe über den vor seinem Tor stehenden Mohamed Amsif hinweg ins Tor fiel.

Kurz vor dem Pausenpfiff konnte Matip das Spielgerät nach einem Freistoß ungehindert an Amsif vorbei ins Netz bugsieren (45.). „Wieder bekommen wir Gegentore nach Standardsituationen“, monierte Polter. Will Union die Niederungen der Zweiten Liga verlassen, müssen diese Fehler unbedingt abgestellt werden. Schon am Donnerstag (19 Uhr, Alte Försterei) bietet sich den Profis die Gelegenheit zu zeigen, dass sie es besser können: im Test gegen Dukla Prag.