Es wirkte wie ein Familientreffen in der Alten Försterei. Karim Benyamina, Jan Glinker, Christian Stuff, Björn Brunnemann, Daniel Schulz, dazu die aktuelle Mannschaft von Trainer Norbert Düwel – viele bekannte Gesichter des 1. FC Union hatten sich im Stadion des Berliner Fußball-Zweitligisten eingefunden. Einer fehlte: Andreas Biermann. Der ehemalige Profi des Köpenicker Klubs hat am 18. Juli den Kampf gegen die Krankheit Depression verloren und sich in Berlin das Leben genommen.

Ihm zu Ehren hatten sich nun ehemalige Weggefährten eingefunden. Zu einem Benefizspiel gegen die Union-Profis, das der Klub in Zusammenarbeit mit der Robert-Enke-Stiftung und dem Berliner Fußball-Verband organisiert hatte. Der Erlös kommt den beiden Kindern Biermanns zugute.

Immerhin 1522 Fans hatten sich eingefunden, auch wenn die Partie des Anlasses wegen sicherlich mehr Zuspruch verdient gehabt hätte. Viele, die sonst im Fanblock hinter dem Tor auf der Waldseite stehen, hatten sich ein teureres Sitzplatzticket für die Tribüne gekauft, um die Spendensumme zu erhöhen. Über Facebook hatten einige Union-Fans sogar dazu aufgerufen, Tickets über das Internet zu erwerben, selbst wenn es einem nicht möglich war, am Donnerstagabend persönlich im Stadion zu sein. Auch davon wurde Gebrauch gemacht.

Spenden für die Familie des Verstorbenen

Für die Partie wurde außerdem extra ein T-Shirt mit dem Konterfei Biermanns aufgelegt und im Stadion verkauft. Ein Teil der Shirts wurde von allen Spielern signiert und soll demnächst als limitierte Auflage über Union erhältlich sein. Der Erlös geht zu Hundert Prozent an die Familie des Verstorbenen. Ebenso 50 Prozent der Einnahmen, die am Abend aus dem Verkauf von Union-Fanartikeln im Stadion realisiert wurden. Auch die Mannschaft wird wohl noch einen Betrag draufpacken.

Obwohl der Sport eigentlich im Hintergrund stehen sollte, war ein Blick auf die Düwel-Elf durchaus angebracht. Denn der Trainer ließ entgegen der bisherigen Pflichtspielauftritte mit Viererkette spielen. Erstmals präsentierten sich auch die beiden Offensiv-Zugänge Maximilian Thiel und Sebastian Polter dem Publikum. Vor der Pause traf jedoch nur Alexander Ludwig für die All-Stars, Biermanns Mitspieler aus der Zeit beim FC St. Pauli (38.).

Nach dem Seitenwechsel kam auch der lange verletzte Michael Parensen auf der linken Seite bei Union wieder zum Einsatz. Und es fielen noch einige Tore: für die All-Stars durch Stefan Winkel (50.) und Benyamina (55., Foulelfmeter), für Union durch Christopher Quiring (51.), Benjamin Köhler (59.) und U23-Kapitän David Hollwitz (89., Foulelfmeter). Endstand: 3:3. Doch das Ergebnis interessierte an einem solchen Abend nicht wirklich.