Ein Testspiel hat der 1. FC Union für die Länderspielpause nicht vereinbart. Fußball wird in der Alten Försterei aber trotzdem gespielt. Am Donnerstagabend (19.30 Uhr) tritt der Fußball-Zweitligist in Zusammenarbeit mit dem Berliner Fußball-Verband (BFV) zu einem Benefizspiel zu Ehren von Andreas Biermann gegen die Biermann All-Stars an. Damit soll an den ehemaligen Profi erinnert werden, der sich – an Depressionen leidend – am 18. Juli in Berlin im Alter von nur 33 Jahren das Leben nahm.

Zu den All-Stars zählen frühere Weggefährten wie Daniel Göhlert, Jan Glinker, Karim Benyamina und Unions Co-Trainer Sebastian Bönig, die mit Biermann bei Union in der Regionalliga (2006/07) gespielt haben. Ebenso dabei sind Alexander Ludwig, Morike Sako und Björn Brunnemann aus seiner St.-Pauli-Zeit oder auch Michael Fuß (Tennis Borussia).

Union wird mit der ersten Mannschaft antreten. „Das ist Ehrensache“, sagte Trainer Norbert Düwel: „Ich habe ja selber in Hannover bei einem Verein gearbeitet, bei dem mit Robert Enke auch solch eine tragische Geschichte passiert ist. Da habe ich hautnah erlebt, was das für die Stadt, den Verein und natürlich für die Hinterbliebenen bedeutet.“

„Mehr auf die Qualität des Lebens schauen“

Und der 46-Jährige appellierte: „Damals wurden ja tausend Dinge über Fairplay und gutes Miteinander versprochen. Es wird Zeit, dass der eine oder andere auch wieder ein bisschen intensiver darüber nachdenkt.“ Biermann sei kein Einzelfall, so Düwel: „Es sind alle angehalten, vielleicht ein bisschen Gas runterzunehmen und mehr auf die Qualität des Lebens zu schauen.“

Der Erlös der Partie kommt den Kindern von Andreas Biermann zugute. Union arbeitet dabei mit der Robert-Enke-Stiftung zusammen. „Der frühe Tod von Andreas Biermann ist ein schmerzlicher Verlust. Der Fußball kann darüber nicht hinweghelfen, aber er kann seine Kraft und seine öffentliche Wirkung nutzen, um den Schmerz zu lindern“, sagte Bernd Schultz, BFV-Präsident und Schirmherr des Benefizspiels.