Zweite Liga

Union präsentiert viel mehr als nur neue Trikots

Union kehrt zum klassischen roten Trikot mit weißem Seitenstreifen zurück. Trainer Düwel lässt derweil ein neues Spielsystem einstudieren, mit dem die Köpenicker nächste Saison Erfolg haben sollen.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Irgendwann wurde es Norbert Düwel dann doch zu viel. „Das ist dann auch genug, denke ich“, sagte der Trainer des 1. FC Union zum Fotografen, der die Mannschaft gerade noch einmal in ein etwas anderes Bild setzen wollte. Bei allen Pflichtaufgaben – am Mittwoch stand der obligatorische Fototermin auf dem Programm – sollte das Wesentliche nicht vergessen werden: Die Vorbereitung auf die Saison 2014/15, die am 3. August mit dem Spiel beim Karlsruher SC für die Köpenicker beginnt.

Seit gut drei Wochen arbeiten die Union-Profis nun unter dem Nachfolger des langjährigen Chefcoaches Uwe Neuhaus. Wochen, in denen viel mit dem Ball trainiert, aber auch viel Krafttraining und Gymnastik absolviert wurde. Der guten Laune im Kader scheint dies kein Abbruch zu tun. Es wird geflachst, so wie während des Trainingsspiels am Mittwochvormittag: Als der Ball im Tor landet, brandet Jubel auf bei dem Teil der Mannschaft, die um den Platz hinter dem Stadion an der Alten Försterei gerade ihr Auslaufen erledigt.

Die Intensität der Trainingseinheiten ist jedenfalls hoch, kaum eine endet unter zwei Stunden. Und bei jeder Übungsform verlangt der neue Trainer von seinen Spielern, dass sie Qualität abliefern. Passiert dies nicht oder nur unzureichend, stoppt Düwel gern schon mal eine Übung und schickt die Mannschaft zur „Strafe“ zum Laufen. So wie am Dienstag, als das Flankentraining in einem Desaster endet, nachdem viele der Hereingaben den Mitspieler nicht finden konnten.

In Cottbus gute Moral gezeigt nach schweren Einheiten

In den ersten fünf Testspielen gegen die TSG Neustrelitz (2:0), den Berliner AK (2:1) sowie im Trainingslager in Kärnten gegen den österreichischen Erstligisten Wolfsberger AC (3:0) und den ukrainischen Erstligisten Metalist Charkiw (3:3) hatte Union ein durchaus gefälliges Flankenspiel aufgezogen. Das war zuletzt beim 1:1 beim Drittligisten Energie Cottbus zwar nur noch bedingt der Fall, dennoch war Düwel nicht unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft gegen die Lausitzer, die bereits in neun Tagen in die Saison starten.

„Wir mussten viel investieren. Das war nach den schweren Einheiten der vergangenen Wochen nicht einfach“, erklärte Düwel: „Am Ende haben wir aber Moral gezeigt. Den Spielern konnte man anmerken, dass sie dieses Spiel nicht verlieren wollten. Mit der Einstellung konnte ich zufrieden sein.“

Eines wird jedenfalls deutlich: Mit dem neuen Coach bekommt Union auch ein neues Spielsystem. Statt mit einer Viererkette wird nun nur noch mit einer Dreierformation verteidigt. Davor sorgt ein Fünfer-Mittelfeld (zwei defensive, drei offensive Spieler) für den Spielaufbau, den zwei Angreifer nach Möglichkeit vollenden sollen.

Eggimann ist auf dem Weg zum Abwehrchef

Und legt man die Testspiele zugrunde, kristallisiert sich auch langsam, aber sicher heraus, wer die Favoriten für die Plätze in der Startelf sind. Mario Eggimann als Abwehrchef, daneben Roberto Puncec (rechts) und Fabian Schönheim (links) scheinen die besten Karten zu haben. Toni Leistner, vom Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden gekommen, ist auch ein Kandidat für die zentrale Rolle in der Abwehrkette. Davor dürfte Damir Kreilach im defensiven Mittelfeld gesetzt sein. In den Tests stand ihm zumeist Björn Jopek zur Seite.

Mit Christopher Trimmel, der von Rapid Wien an die Alte Försterei wechselte, scheint Düwel zudem den Spieler gefunden zu haben, der seine Vorstellung von Fußball („sehr hohes Tempo, sehr aggressiv, sehr zielstrebig“) umzusetzen versteht. Der Österreicher agierte jedenfalls meist über die rechte Außenbahn.

Fakt ist jedoch auch: Trotz der Zugänge Trimmel, Leistner, Torwart Mohamed Amsif und Stürmer Bajram Nebihi soll noch ein weiterer Angreifer kommen. Erst recht, nachdem mit Sören Brandy Unions bester Stürmer in der abgelaufenen Spielzeit (elf Tore) wegen Teilruptur der Syndesmose und des Deltabandes im linken Sprunggelenk zum Saisonstart auszufallen droht.

Von Donnerstag bis Sonntag feilt Union in Bad Brambach im Vogtland an der Form, ein Test beim FSV Zwickau am Sonnabend (15 Uhr) inklusive.