Zweite Liga

1. FC Union nimmt sich ein weiteres Mal den Spaß am Spiel

Union hat in Karlsruhe verloren und konnte nicht an die gute Leistung vom Köln-Spiel anknüpfen. Viel schlimmer: Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus lud den Gegner auch noch zum Toreschießen ein.

Foto: Uli Deck / dpa

Der Fakt des 31. Spieltages war um 14.48 Uhr am Sonnabend besiegelt: Der 1. FC Union hat auch die letzte theoretische Chance, in die Bundesliga aufzusteigen, verspielt. Nach dem 2:3 (0:0) beim Karlsruher SC sind zehn Punkte Rückstand auf Relegationsplatz drei bei drei Partien nicht mehr aufzuholen. Die spannendere Frage war jedoch: Konnte der Berliner Fußball-Zweitligist die Vorgabe von Trainer Uwe Neuhaus erfüllen und an den Auftritt vom Spiel gegen Köln (1:2) anknüpfen? Konnte Union erneut Spaß machen auf dem Platz? Die Antwort muss nein lauten.

Neuhaus sprach von einem Spiel auf „mäßigem Niveau“. Daran hatten die Seinen durchaus Anteil. „Es ist kurios, wie wir immer den Gegner zu Toren einladen. Ich rede nicht davon, dass die Mannschaft nicht kämpft, nur die Art und Weise, wie wir Gegentore bekommen, ist fragwürdig“, erklärte der Coach: „Ich weiß auch nicht, wie solche Fehler zustande kommen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Wochen. Karlsruhe hat heute einfach weniger Fehler gemacht und insgesamt verdient gewonnen.“

Allein der zweite Gegentreffer, den die Köpenicker kassierten, „spricht für die Rückrunde bei uns“, sagte Kapitän Torsten Mattuschka. Roberto Puncec hatte eine Flanke derart abgefälscht, dass sie als Bogenlampe in den Fünfmeterraum der Unioner flog – und direkt auf die Hüfte von Björn Kopplin. Von dort trudelte der Ball vorbei an Torwart Daniel Haas, am Ende gaben der Karlsruher Kai Schwertfeger und Unions Verteidiger Marc Pfertzel dem Spielgerät die entscheidenden Richtungsänderungen.

Doppelsechs und Doppelspitze bei den Köpenickern

Neuhaus hatte umgestellt. Kopplin ersetzte den angeschlagenen Patrick Kohlmann links in der Abwehrkette, Benjamin Köhler spielte für den ebenfalls nicht fitten Martin Dausch links im Mittelfeld – und Michael Parensen stand für Kapitän Mattuschka in der Startelf. Doppelsechs und Doppelspitze bei Union, das gab dem KSC Platz im Mittelfeld, den er auch nutzte.

In Schwung kam die Partie vor 15.557 Zuschauern jedoch erst nach einer müden ersten Halbzeit. In der 56. Minute scheiterte Unions Abseitsfalle, Gaetan Krebs ist auf und davon und lässt Haas keine Chance, 0:1. Aus heiterem Himmel dann der Ausgleich, nachdem KSC-Keeper Dirk Orlishausen Steven Skrzybski an der Strafraumgrenze gefoult hatte, Köhler verwandelte sicher (62.).

Eine Minute später durfte dann auch Mattuschka ran, er kam für Skrzybski. Ihm blieb es jedoch nur vorbehalten, auf 2:3 zu verkürzen – mit seinem 15. verwandelten Elfmeter in Folge, zugleich sein zwölftes Saisontor, nachdem der eingewechselte Stürmer Simon Terodde gefoult worden war. Weil Union sich beim 1:2 selbst übertölpelte (71.) und sich beim 1:3 nach einem Kopfball von Rouwen Hennings auskontern ließ (76.).

Union bleiben damit noch drei Partien, um für einen versöhnlichen Saisonabschluss zu sorgen. Den ersten Teil haben sie in Karlsruhe bereits verspielt, weil weder gewonnen wurde, noch der Auftritt im Karlsruher Wildpark wirklich Freude machte. Viel zu feiern hatten die rund 1000 Union-Fans, die sich mit dem Partyzug ins Badische aufgemacht hatten, folglich nicht.