Zweite Liga

Union-Trainer Neuhaus machen Siege allein nicht mehr froh

Union hofft in den verbleibenden vier Zweitliga-Spielen auf ein versöhnliches Saisonende, nachdem der Bundesliga-Traum längst verspielt wurde. Dabei kommt es vor allem auf die Auftritte der Profis an.

Foto: MiS / pa/M.i.S.-Sportp

Die große Frage, die den 1. FC Union vor dem Spiel am Sonnabend beim Karlsruher SC (13 Uhr, Sky) beschäftigt, lautet: Wie kann man eine Saison, in der so viel mehr möglich gewesen ist als nur ein Platz im oberen Drittel, noch zu einem versöhnlichen Abschluss bringen? Uwe Neuhaus, der Trainer des Berliner Fußball-Zweitligisten – weiß es nicht. Was nicht gleichbedeutend ist mit großer Ratlosigkeit beim 54-jährigen Übungsleiter.

Es gibt wie so oft mehr Wege, die zum Erfolg führen können. „Vier Siege, das wäre zu einfach. Siege können ja auch richtig schlecht erspielt werden“, erklärte Neuhaus. Und machte deutlich: „Wir wollen das Gesicht, das wir gegen Köln gezeigt haben, in den letzten vier Spielen zeigen. Wir wollen als Mannschaft überzeugen und dafür sorgen, dass es Spaß macht, uns zuzuschauen.“

Klingt gut. Doch was ist, wenn dann die letzten vier Partien in Karlsruhe, gegen Kaiserslautern (28. April), in Aalen (4. Mai) und gegen 1860 München (11. Mai) allesamt verloren gehen und die Köpenicker dann doch nur auf Rang zwölf einlaufen? „Wenn ich jetzt beide Extreme nehmen würde – viermal richtig schlecht gespielt und gewonnen, viermal richtig geil gespielt, aber verloren – ich weiß nicht, welche Antwort ich geben würde“, sagte Neuhaus.

Die Art und Weise bleibt das entscheidende Kriterium

Der Coach versucht mit seiner Mannschaft die richtige Mischung zu finden, die nicht nur die Fans, sondern auch den Verein zufriedenstellt. „Wir müssen sicherlich noch ein paar Punkte holen, trotzdem soll die Art und Weise das entscheidende Kriterium bleiben“, verdeutlichte Neuhaus: „Wenn die in vier Spielen jedes Mal so aussieht wie gegen Köln, dann werden wir auch Punkte holen, das lässt sich nicht vermeiden.“

Damit soll natürlich schon in Karlsruhe angefangen werden, beim besten Aufsteiger dieser Spielzeit. Keine leichte Aufgabe, nicht nur, weil die Badener als Sechster mit 45 Punkten besser dastehen als die Berliner auf dem neunten Platz mit 42 Zählern.

„Karlsruhe hat schon durch die Saison richtig Selbstvertrauen. Sie spielen mit einem sehr geschickten Pressing. Das ist keine Mannschaft, die sich nur hinten reinstellt“, weiß der Coach um die Qualitäten des KSC. 1860 München bekam das zuletzt mit einer 0:3-Heimpleite zu spüren, als die Bayern von den Karlsruhern permanent zu Fehlern gezwungen wurden.

Union-Fans reisen im Partyzug nach Karlsruhe

Das soll den Unionern nicht passieren. Zumal ein Teil der Fans sich mit dem Partyzug der Fanvereinigung „Eiserner Virus“ auf ins Badische machen wird. Und gerade der treue Anhang hatte in den vergangenen Wochen mehr als genug zu leiden. „Wir wollen unseren eigenen Spielstil umsetzen und nicht auf Karlsruhe umbasteln“, sagte Neuhaus.

Richten müssen wird es das annähernd gleiche Personal, das gegen den 1. FC Köln zuletzt 1:2 verlor. „Ich glaube, dass die Mannschaft gegen Köln ein gutes Spiel gemacht hat und dass da nicht so viel Veränderungen stattfinden werden. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen“, sagte Neuhaus.

Es sei denn, Linksverteidiger Patrick Kohlmann (Schmerzen am Schienbein) und Mittelfeldspieler Martin Dausch (Oberschenkel-Probleme) müssten kurzfristig doch noch passen.