Ost-Derby

Union verliert Elfmeterfestival und letzte Aufstiegshoffnung

Zweitligist Union bleibt im Jahr 2014 ohne Auswärtssieg. In Aue mussten die Köpenicker gleich zwei Elfmeter gegen sich hinnehmen. Verloren haben sie jedoch wegen einer erneut nur mäßigen Leistung.

Foto: Thomas Eisenhuth / dpa

Noch einmal trat Torsten Mattuschka an. Die Entfernung vom Tor des FC Erzgebirge Aue – rund 21 Meter – war wie gemalt für den Kapitän des 1. FC Union. Wenige Sekunden später lag Aues Torhüter Martin Männel mit dem Ball in den Armen auf dem Rasen und grinste. Mattuschka drehte sich mit grimmiger Miene ab. Es war die letzte Aktion im Ost-Derby, dass die Berliner mit 2:3 (2:2) verloren.

Damit dürfte die winzige Hoffnung, nach der Paderborner Pleite gegen Düsseldorf (1:2) vielleicht doch noch Relegationsplatz drei erreichen zu können, endgültig verflogen sein. Zumal sich der Abstand auf die Mitkonkurrenten Karlsruher SC (3:0 bei 1860 München) und 1. FC Kaiserslautern (1:1 gegen Bochum) vergrößert hat.

Es war ein Elfmeterfestival, das die 12.000 Zuschauer erlebten. Gleich dreimal zeigte Schiedsrichter Jochen Drees (Münster-Sarmsheim) auf den ominösen Punkt. Und sorgte damit bei beiden Mannschaften für großes Kopfschütteln. „Wenn man auf beiden Seiten schon zwei unberechtigte Elfmeter gepfiffen hat, dann sollte man nicht ein drittes Mal auf den Punkt zeigen. Es ist sehr bitter, weil wir nach dem 2:2 wieder besser im Spiel waren“, sagte Union-Stürmer Sören Brandy. Wobei festgehalten werden muss: Der Grad der Richtigkeit für einen Elfmeterpfiff war von Strafstoß zu Strafstoß zunehmend.

Kapitän Mattuschka erzielt sein elftes Saisontor

Aue erwischte den besseren Start, doch Union ging in Führung. 23 Minuten waren vorbei, als Aue-Keeper Männel außerhalb des Fünfmeterraums eine Flanke mit der Faust abwehrte, dabei jedoch auch Unions Verteidiger Roberto Puncec umstieß. Schiedsrichter Drees wertete dies als Foul – ein Elfmeter-Geschenk, das Union-Kapitän Torsten Mattuschka mit seinem elften Saisontreffer eiskalt zum 1:0 nutzte (23.).

Die Erzgebirgler blieben die aktivere Mannschaft und kamen nur sechs Minuten später zum verdienten Ausgleich – natürlich durch Elfmeter. Frank Löning stellte bei Puncecs Klärungsversuch seinen Fuß in die Schussbahn des Unioners – und Drees zeigte erneut auf den Punkt. Ein Strafstoß der Katergorien Muss-man-nicht-geben und schlitzohrig. Jakub Sylvestr traf zum 1:1, Union-Keeper Haas war fast noch dran (29.).

Dass es zur Pause 2:2 stand, war zunächst der Schlafmützigkeit der Union-Defensive zu verdanken, die nach einem Freistoß Tobias Nickenig völlig frei durch die Beine von Haas einköpfen ließ (33.). Und an der Kaltschnäuzigkeit von Steven Skrzybski, der nach Vorlage von Mattuschka (sein elfter Assist) zwei Auer düpierte und auch Männel von der Strafraumgrenze verlud (40.).

Unions Cottbus-Sieger in der ersten Halbzeit zu harmlos

Union-Trainer Neuhaus vertraute – bis auf den erwarteten Tausch Patrick Kohlmann für den verletzten Michael Parensen (Nasenbeinbruch) – der exakt gleichen Elf, die Cottbus vor einer Woche 2:0 bezwang. Doch erst in der zweiten Halbzeit vermochten es die Köpenicker, die Partie ausgeglichener zu gestalten. Aue war bissiger, wirkte wacher und bemühter, das Spiel gewinnen zu wollen. Und die Gastgeber setzten gefährliche Konter, als die Berliner ein wenig mehr für die Offensive taten.

Einer davon brachte die Entscheidung. Weil Unions Schlussmann Haas zu ungestüm gegen den eingewechselten Ex-Herthaner Solomon Okoronkwo klären wollte und den Stürmer umsenste, auch wenn er den Ball leicht gespielt hat. Dem Unparteiischen blieb nun keine andere Wahl, als den dritten Strafstoß der Partie zu geben. Sylvestr ließ Haas aus elf Metern nun keine Chance (72.).

„Das war keine unverdiente Niederlage, wir haben zu viele Fehler gemacht. Aber ich glaube, hätten wir keine Fehler gemacht, hätten wir auch verloren. Zur Schiedsrichterleistung äußere ich mich nicht“, sagte Uwe Neuhaus nach dem Spiel und muss weiter auf den ersten Auswärtssieg im Jahr 2014 warten.