Ost-Derby

Union spielt im Saisonendspurt auch um 560.000 Euro

Bei Erzgebirge Aue will Union endlich den ersten Auswärtssieg in diesem Jahr einfahren. Dabei setzt der Berliner Zweitligist vornehmlich auf die Mannschaft, die schon Energie Cottbus bezwungen hat.

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Auch wenn es für den 1. FC Union im Saisonendspurt wohl nicht mehr um das ganz große Ziel Bundesliga-Aufstieg gehen wird, zu verschenken haben die Köpenicker Kicker im Ost-Derby am Sonntag bei Erzgebirge Aue (ab 13.30 Uhr) nichts. „Wir haben in diesem Jahr noch keinen Auswärtssieg geholt. Langsam wird es Zeit“, sagte Trainer Uwe Neuhaus.

Zumal die Köpenicker als Zweitligist in Aue noch nie gewonnen haben. „Gefühlt hatten wir in Aue immer ein leichtes Übergewicht“, erinnert sich der Coach an die vergangenen Auftritte. Mehr als einen Zähler konnte seine Mannschaft jedoch nie mitnehmen. Zuletzt gab es im September 2012 ein 1:1 im Erzgebirgsstadion – weil Innenverteidiger Fabian Schönheim mit einem Eigentor die Führung von Simon Terodde kurz vor Schluss noch zunichte machte.

Es gilt, den Derbysieg gegen Cottbus (2:0) „zu veredeln“, wie Björn Kopplin erklärte. Der Rechtsverteidiger darf sich erneut Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an machen – es sei denn, Marc Pfertzel hat seine Blessuren rechtzeitig auskuriert. Und es geht um bares Geld. Sollte Union am Ende Rang vier erreichen, winkt bestenfalls ein Plus von gut 560.000 Euro aus dem Fernsehgeldtopf im Vergleich zu Rang sechs am Saisonende.

Kohlmann ersetzt verletzten Parensen

In Aue wird wohl vornehmlich jene Mannschaft zum Einsatz kommen, die gegen Cottbus den zweiten Sieg in diesem Jahr eingefahren hat. „Sie hat es verdient, auch auswärts eine Chance zu bekommen“, will Neuhaus seine Startelf nicht „in übermäßiger Form“ ändern. Lediglich Patrick Kohlmann wird links in der Vierer-Abwehrkette Michael Parensen ersetzen, der wegen eines Nasenbeinbruchs ausfällt.

Leicht wird die Aufgabe bei den Sachsen aber nicht. Ein Blick auf die Heimtabelle dieser Saison belegt: Aue hat vor heimischer Kulisse nur einen Zähler weniger geholt als Union. „Das zeigt, dass sie ihr Saisonziel jedes Jahr vornehmlich über die Heimspiele erreichen“, sagte Neuhaus: „Hinzu kommt, dass sie, seit Falko Götz dort Trainer ist, an Spielkultur dazu gewonnen haben. Gerade in der Offensive haben sie mit Jakub Sylvestr und Frank Löning Spieler, die sich sehr gut ergänzen. Die Mannschaft ist deutlich stärker geworden.“

Und dass Aues Trainer Götz seine unlängst geoutete Union-Sympathie einfach so in Punkte für die Berliner münden lässt, darf ausgeschlossen werden. Die Erzgebirgler brauchen selbst noch jeden Punkt, um den Klassenerhalt perfekt zu machen.