Zweite Liga

Union verpflichtet ägyptisches Talent Abdallah Gomaa

Der 18 Jahre alte Offensivspieler hatte bereits im Union-Trainingslager in Spanien einen guten Eindruck hinterlassen. Nun unterschrieb er einen Vertrag bis Mitte 2015 bei den Köpenickern.

Über seine Größe streiten sich die Gelehrten. 1,68 Meter sei Abdallah Gomaa groß, heißt es immer wieder. Und vielleicht ist es tatsächlich nur sein modischer Haarschnitt, der den Ägypter größer macht, als er ist. Dass er ein Großer werden kann, wenn es um das Fußballspielen geht, davon kann man sich ab sofort beim 1. FC Union überzeugen.

Einen Tag vor dem Ende der Transferfrist in der Winterpause am Freitag hat sich der Berliner Fußball-Zweitligist die Dienste des 18-Jährigen gesichert. Gomaa wechselt auf Leihbasis vom ägyptischen Erstligisten Enppi Club Kairo an die Alte Försterei und unterschrieb einen Vertrag bis 30. Juni 2015. Darin enthalten ist eine Kaufoption sowie ein bereits ausgehandelter Vertrag bis 2018, der in Kraft tritt, sollte Union die Option wahrnehmen.

Trainer Uwe Neuhaus bezeichnete das Talent als interessanten Spieler, der „dribbelstark ist, ein hohes Tempo und viel Potenzial mitbringt“. Gomaa hatte im Trainingslager in Chiclana de la Frontera an der spanischen Atlantikküste bereits bei Union vorgespielt und einen guten Eindruck hinterlassen. „In den Testspiel-Einsätzen gegen den SC Freiburg und Steaua Bukarest hat er seine Qualitäten bewiesen. Ich erwarte von einem so jungen Spieler allerdings keine Wunderdinge. Wir werden gemeinsam daran arbeiten, dass er sich zügig eingewöhnt und schnell eine sportliche Bereicherung für uns sein kann“, machte Neuhaus deutlich.

Offensivmann mit feinem Ballgefühl

Vor allem im Spiel gegen Freiburg dribbelte sich Gomaa, der im offensiven Mittelfeld zuhause ist, schon in die Herzen der Union-Fans. Sein herrlicher Treffer zum 5:0-Endstand, bei dem er nicht nur die halbe Freiburger Abwehr narrte, sondern auch eiskalt vollendete, machte deutlich, über welch feines Ballgefühl er verfügt.

„Für mich ist der Wechsel eine große Herausforderung, der ich mich voller Vorfreude stelle“, ließ Gomaa wissen: „Ich bin im Trainingslager sehr herzlich aufgenommen worden und habe mich unter den Unionern sehr wohl gefühlt. Auch das Stadion habe ich bereits gesehen. Jetzt werde ich alles daran setzen, um dort bald auflaufen zu können und mit Union erfolgreich zu sein.“

Eine Voraussetzung, um bei den Köpenickern tatsächlich erfolgreich sein zu können, ist die schnelle Integration Gomaas. Dabei gilt es zunächst, die Sprachbarriere so schnell wir möglich zu überwinden. Gomaa selbst spricht nur arabisch. Im Trainingslager in Spanien stand ihm deshalb immer ein Dolmetscher zur Seite, der seine Worte zumindest ins Englische übersetzen konnte. Bei den Übungen wartete Gomaa oft zunächst einen Moment ab, um sich die Bewegungen bei den Union-Spielern abzuschauen. Außerdem ist es für Gomaa das erste Engagement außerhalb seines Heimatlandes, noch dazu auf einem anderen Kontinent. Und dass es für junge Spieler nicht immer einfach ist, in einer neuen Umgebung sofort Fuß zu fassen, ist nachvollziehbar.

„Er kann ein wichtiger Spieler für uns werden“

Deshalb sei es wichtig, „ihn bei seiner fußballerischen Entwicklung, aber vor allem auch in einem für ihn völlig neuen Umfeld zu begleiten. Wenn uns das gelingt, kann Abdallah bei uns den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen und ein wichtiger Spieler für uns werden“, kommentierte Nico Schäfer, Unions kaufmännisch-organisatorischer Leiter, den Transfer. Auf Unions Integrationstrainer Pablo Garcia wartet jedenfalls eine Menge Arbeit.

Abdallah Gomaa, geboren in El Arish auf der Halbinsel Sinai, stammt aus einer Fußballfamilie. Sein Bruder Saleh, 20, debütierte erst vor kurzem in der Nationalmannschaft Ägyptens und wechselte im Januar von Enppi Club zum portugiesischen Erstligisten Nacional Funchal.

Abdallah wiederum absolvierte in der laufenden Spielzeit seine ersten 100 Profiminuten für Enpii Club. Weitere sollen bei Union nun hinzukommen. Dass er sich bereits am Sonnabend im letzten Test gegen Arminia Bielefeld (15 Uhr, Alte Försterei) den Berlinern präsentiert, ist nicht ausgeschlossen.