Trainingsauftakt

Union sortiert den Brasilianer Silvio zum Trainingsstart aus

Noch im Sommer 2011 war Silvio die teuerste Verpflichtung des Zweitligisten. Nun hat man an der Alten Försterei keine Verwendung mehr für ihn. Dafür dürfen sich die Fans über einen Rückkehrer freuen.

Foto: Annegret Hilse / pa/Annegret Hils

Die erste teambildende Maßnahme 2014 gab es gleich am Abend des ersten Trainingstag des Jahres. Im Wintergarten stimmten sich die Fußball-Profis des 1. FC Union auf die bevorstehende Rückrunde der Saison 2013/14 ein.

Umrahmt von Jazz, Rhythm & Blues zeigten die Akrobaten der Soul Variete Show „All night long“ dem Berliner Zweitligisten, zu welchen Leistungen sie fähig sind. Es war der Aufgalopp in die Vorbereitung für die restlichen 15 Saisonspiele, in denen die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus die Konkurrenz ebenso wie die Fans beeindrucken will.

Sportlich bildete eine gut 90-minütige Einheit am Morgen den Auftakt. Laufen, dehnen, leichtes Passspiel, am Nachmittag gab es dann die ersten Spielformen. Bis zum Start ins Trainingslager nach Chiclana/Spanien am Dienstag müssen die Spieler täglich zweimal ran, schon heute wartet ein Laktattest im Horst-Korber-Sportzentrum auf die Profis.

Spind bereits vor Weihnachten ausgeräumt

Einen Akteur suchte man im 25-köpfigen Tross gestern allerdings vergeblich. Der Brasilianer Silvio bekam gestern offiziell den Laufpass. „Er spielt keine Rolle mehr bei uns“, sagte Neuhaus schlicht und einfach. Ab sofort wird sich Silvio in der U23 des Klubs fit halten, in der Hoffnung, sich bald einem anderen Verein anschließen zu können.

Seinen Spind in der Kabine hatte er noch vor Weihnachten geräumt. Schon beim Umzug in die neue Haupttribüne im vergangenen Sommer hatten viele geunkt, dass der 28-jährige Offensivspieler schon gar nicht mehr dazugehöre, weil man bei der Beschriftung der Schranktür kurzerhand das L bei Silvio vergessen hatte. „Natürlich ist es schade, wenn ein Spieler den Verein verlässt, mit dem man so lange zusammengespielt hat“, sagte Kapitän Torsten Mattuschka: „Aber für ihn war es von vornherein klar. Der Verein hat ihm früh mitgeteilt, dass er sich einen neuen Verein suchen soll.“

Silvio, dessen Vertrag im Sommer ohnehin endet, war 2011 vom FC Lausanne-Sport aus der Schweiz in die Wuhlheide gewechselt und ist mit einer Ablösesumme von geschätzt 500.00o Euro immer noch Unions teuerster Zugang. Er erzielte für den derzeitigen Tabellenfünften neun Tore in 47 Einsätzen. Mit seinem Seitfallzieher beim 4:1 gegen Ingolstadt im September 2011 gewann er als bislang einziger Unioner die Auszeichnung zum Tor des Monats der ARD-Sportschau.

Jopek trainiert erstmals seit Monaten mit dem Team

Bestaunen durften die 15 Trainingskibitze hingegen den ersten Auftritt von Björn Jopek mit der Mannschaft. Der Mittelfeldspieler hatte sich am letzten Spieltag der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss zugezogen und kämpft nun seit Mai um seine Rückkehr. „Er macht aber weiter sein individuelles Programm, weil er nach wie vor ein Reha-Patient ist“, erklärte Neuhaus. Bei der Einheit gestern Nachmittag war der 20-Jährige schon nicht mehr dabei. „Wir wollen versuchen, ihn nach und nach ins Mannschaftstraining zu integrieren“, erklärte Neuhaus.

Im Gegensatz zu Silvio wird Jopek deshalb auch mit ins Trainingslager reisen. „Unsere Physiotherapeuten, die das Reha-Programm gestalten, sind ja auch in Spanien“, sagte Neuhaus. Der Youngster soll weiterhin alle Zeit bekommen, die notwendig ist, um wieder vollständig zu alter Stärke zurückzufinden.

„Wir müssen schauen, wie er diese Einheiten verkraftet, ob eventuell wieder ein Rückschlag kommt. Der Kopf spielt eine Rolle bei so jungen Spielern, die eine Verletzung in dieser Größenordnung hatten. Deswegen würde ich da keinen Zeitraum setzen, bis er wieder fit sein muss“, machte der Coach deutlich.

Ägypter Gomaa wird am Sonntag erwartet

Auf ein neues Gesicht müssen die Union-Fans jedoch noch warten. Der Ägypter Abdallah Gomaa, der heute 18 Jahre alt wird, wird erst ab Sonntag zum Vorspielen erwartet. „Er ist schon flexibel einsetzbar, kein Stoßstürmer wie Simon Terodde oder Adam Nemec. Er verfügt er über ein gutes Tempo und ein enormes Dribbling“, sagte Neuhaus.