Mario Eggimann hat im Laufe seiner mehr als 15 Jahre dauernden Profikarriere vieles erlebt. Insofern konnte den Schweizer der Regen, der am Donnerstagvormittag über Andalusien niederging, nicht wirklich irritieren. Im Gegenteil: „Man merkt, dass es Spaß macht und es auch in der Truppe stimmt“, sagte der 32 Jahre alte Verteidiger des 1. FC Union.
Keine Frage, Eggimann genießt die Tage mit dem Fußball-Zweitligisten in Chiclana de la Frontera, ebenso wie am Donnerstag den Barbecue-Abend mit den Fans. Wohl wissend, dass er nicht zum Urlaub nach Spanien gefahren ist. Gute Laune sei wichtig, „wenn man eine Woche aufeinander sitzt. Aber Ernsthaftigkeit muss auch sein.“
Jene Ernsthaftigkeit legte Eggimann in Rota, rund 60 Kilometer nördlich von Chiclana gelegen, während des ersten Testspiels in Spanien gegen den Bundesligisten SC Freiburg an den Tag. Ebenso wie die anderen Berliner Profis. Union besiegte den Erstligaklub klar mit 5:0 (4:0).
Als Torschützen zeichneten sich vor 250 Zuschauern Mattuschka (4., Foulelfmeter), Nemec (13.), Dausch (27., 45.) und Gomaa (87.) aus. Eggimann stand in dem Testspiel Fabian Schönheim zur Seite. Beide waren zu Saisonbeginn auserkoren, Unions neue Innenverteidigung zu bilden. Auf der einen Seite der erfahrene Eggimann, der mit seiner Ruhe und Übersicht überzeugt, daneben der sechs Jahre jüngere Schönheim, der die nötige Aggressivität mitbringt.
Doch Verletzungen ließen nur drei gemeinsame Auftritte zu. Eggimann fiel wochenlang mit einem Bandscheibenvorfall aus. Und als er endlich wieder zum Jahresendspurt fit war, nahm sich Schönheim mit einer Oberschenkelverletzung eine Auszeit.
Ein Schuss wie ein Strich
Nun sind beide bereit, Unions Abwehrbollwerk im Aufstiegskampf zu bilden. „Wenn meine Leistung stimmt, gehe ich davon aus, dass ich am ersten Spieltag nach der Winterpause auf dem Platz stehe“, sagte Schönheim forsch. Da ist es, jenes Selbstvertrauen, das den ehemaligen Mainzer auszeichnet. Und um es noch weiter zu untermauern, jagt Schönheim beim Torschusstraining in bester Stürmermanier eine Flanke vorbei an Torwart Daniel Haas in die Maschen.
Ein Schuss wie ein Strich, dazu anerkennendes Kopfnicken der Teamkollegen. „Keiner kann sich auf dem, was er mal geleistet hat, ausruhen“, erklärte Schönheim. Wohl auch deshalb verzichtet er gerne freiwillig auf größere Erkundungstouren in Andalusien.
Dass Eggimann die gleiche Einstellung an den Tag legt, kommt nicht von ungefähr. „Als junger Spieler habe ich Trainingslager wirklich gehasst“, berichtet der Schweizer. „Mittlerweile finde ich es nicht mehr so schlimm. Eine Woche geht schnell vorbei, und trainieren müssen wir auch zu Hause. Nur hier kann man dazwischen gut entspannen.“





