Uwe Neuhaus zählt wahrlich nicht zu den Trainern, die wenige Tage vor einem Spiel irgendetwas zur Mannschaftsaufstellung sagen. Vor dem Abschluss des Fußball-Jahres 2013 am Sonnabend gegen Arminia Bielefeld (13 Uhr, Alte Försterei) konnte der Übungsleiter des 1. FC Union jedoch nicht mehr an sich halten.
Also verkündete er vollmundig und mit großen Nachdruck: „Wer ist denn so blöd, einen Spieler nicht wieder aufzustellen, der gerade zwei Tore geschossen hat? Das kann ich mal vorwegnehmen: Der Chrissie wird spielen – definitiv.“
Der Chrissie, das ist Christopher Quiring, Unions Doppeltorschütze vom 4:0 in Bochum – und jener Profi, für den in der Hinrunde kein Platz im Team gewesen ist. Keine Frage, der 23-jährige Flügelflitzer hat mächtig Eigenwerbung betrieben, sei es für weitere Einsätze bei den Köpenickern oder für einen neuen Arbeitgeber.
Parensen, Kohlmann, Brandy und Özbek sind wieder zurück
Wohl dem, der eine solche Einsatzgarantie bekommt. Denn da mit den zuletzt gesperrten Michael Parensen, Patrick Kohlmann, Sören Brandy und Baris Özbek gleich vier Stammspieler der vergangenen Wochen wieder in die Startelf zurückdrängen, lautet die Frage: Rotation oder keine Rotation? Auch hier äußerte sich Neuhaus überraschend offensiv. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so viele Wechsel vornehme, dass ich alle wieder in die Mannschaft rein nehme. Ich gebe auch den Spielern eine Chance, die vorher gut gespielt haben. Und das wird auch größtenteils so sein“, sagte Neuhaus.
Soll heißen: Die siegreiche Formation von Bochum wird kaum umgestellt werden. Einzig Parensen dürfte für Björn Kopplin auf die linke Verteidigerseite zurückkehren. Die Doppelsechs mit Damir Kreilach und Benjamin Köhler, die vor einer Woche ebenso trefflich funktioniert hat wie die Mittelfeldachse mit Quiring (rechts), Torsten Mattuschka und Martin Dausch (links), der in Bochum zwei Tore vorbereitete, dürfte ebenso eine neue Chance bekommen.
Nur wer den Gelb-gesperrten Stürmer Simon Terodde ersetzen wird, muss noch geklärt werden. Als erste Option fällt einem da Adam Nemec ein. Doch auch Sören Brandy als so genannter falscher Neuner wäre denkbar. „Probleme sehen sicherlich anders aus“, sagte Neuhaus, „ich freue mich, die Qual der Wahl zu haben.“ Bleibt zu hoffen, dass er für einen versöhnlichen Jahresausklang auch die richtige treffen wird.





