Zweite Liga

Union befindet sich nach Niederlage gegen 1860 im freien Fall

Zum Abschluss der Zweitliga-Hinrunde hat der 1. FC Union die Trendwende verpasst. Beim TSV 1860 München unterlagen die Berliner mit 1:2 und warten nun schon seit fünf Spielen auf einen Sieg.

Foto: Andreas Gebert / dpa

Nichts geht mehr derzeit beim 1. FC Union. Das wurde auch zum Hinrunden-Abschluss des Berliner Fußball-Zweitligisten bei 1860 München wieder deutlich. Mit 1:2 (0:0) verlor Union in der bayrischen Landeshauptstadt.

Immerhin zeigten die Köpenicker Kicker, noch dazu knapp eine halbe Stunde in Unterzahl, im Vergleich zu den Pleiten gegen Aalen (1:3) und im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern (0:3) einen selbstbewussteren Auftritt – vielleicht ein kleiner Lichtblick, dass es nach den Negativwochen wieder aufwärts gehen könnte.

Die verlorenen Punkte von München bringt dies jedoch nicht zurück. Die schwarze Serie hält nach nun drei Niederlagen in Folge und nur einem Sieg aus sieben Spielen an. „Ich glaube, meine Mannschaft hatte es heute nicht verdient, zu verlieren. Wir haben gegen einen Konkurrenten um den gleichen Tabellenplatz eine gute Leistung gezeigt“, kommentierte Union-Trainer Uwe Neuhaus die Partie sichtlich angefressen.

Der 1. FC Köln ist Herbstmeister

Und während der 1. FC Köln, gegen den Union noch Anfang November um die Tabellenführung gekämpft hatte, sich mit einem 2:0 gegen den FSV Frankfurt die „Herbstmeisterschaft“ sicherte, rutschte Union acht Punkte hinter den Rheinländern auf Rang sieben ab.

Mit Benjamin Köhler und Sören Brandy auf den Außenbahnen, mit Michael Parensen neben Damir Kreilach im defensiven Mittelfeld und mit Adam Nemec als einzigem Stürmer sollten die Löwen gezähmt werden. Ein Vorhaben, das sich ganz gut anließ, denn 1860 mühte sich erfolglos. So entwickelte sich vor 18.400 Zuschauern, darunter rund 1000 Union-Fans, ein typisches 0:0-Spiel.

Die einzigen Chancen durch Münchens Moritz Stoppelkamp (21., Marc Pfertzel konnte klären) und Unions Kreilach (26., Schuss über das Tor) verpufften. Wer weiß, wie die Partie geendet wäre, hätten die Gäste mit elf Mann zu Ende spielen können. So aber nahm das Verfolgerduell nach einer Stunde die entscheidende Wendung.

Platzverweis für Michael Parensen

Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) wertete ein Einsteigen von Parensen gegen Yannick Stark als Foul. Sicher hatte Unions Abräumer auch den Ball gespielt, doch mit gestrecktem Bein in den Zweikampf zu gehen, ist auch im Profifußball kein Kavaliersdelikt. Parensen sah Gelb-Rot, das Spiel war für ihn beendet (63.).

Eine Minute später schlug Stoppelkamp eine Flanke an Unions Fünfmeterraum, Kai Bülow kam ungehindert zum Kopfball, 0:1 (64.). Dann der Hoffnungsschimmer: Sören Brandy holte gegen Guillermo Vallori einen Elfmeter heraus, den Torsten Mattuschka sicher zum 1:1 verwandelte (74.). „Dieses Spiel ist ein Sinnbild der vergangenen Wochen“, sagte Mattuschka hinterher.

So kam die 86. Minute, eine von Stoppelkamp getretene Ecke plus Kopfball von Dominik Stahl aus fünf Metern – und die Partie war verloren. „Das war keine Ecke. Das ist sehr ärgerlich. Denn spielen wir hier 1:1, fahren wir mit einem guten Gefühl nach Hause“, sagte Union-Verteidiger Mario Eggimann. Als ob das noch nicht genug wäre, muss Union zum Rückrundenstart am Sonnabend beim VfL Bochum neben Parensen auch auf Patrick Kohlmann und Brandy verzichten. Beide sahen in München ihre fünfte Gelbe Karte.