Kommentar

Becherwürfe bei Union Berlin sind eine grenzenlose Dummheit

Gegen Aalen und Kaiserslautern warfen Union-Fans Becher auf das Spielfeld. Das gefährdet nicht nur die eigenen Anhänger, sondern auch den Kampf des Vereins für Fanrechte, findet Sebastian Fiebrig.

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Unionfans sind anders, so erzählt die Legende. Dass dies nicht stimmt, zeigen die massiven Becherwürfe in den beiden letzten Partien gegen Aalen und Kaiserslautern. Denn statt ihren Gefühlen der Wut oder Enttäuschung Ausdruck zu verleihen, zeigen die Werfer damit nur ihre eigene grenzenlose Dummheit.

Sie gefährden nicht nur den Erfolg ihrer Mannschaft, die für gezielte Becherwürfe bestraft werden kann. Nein, sie sind auch eine Gefahr für alle Menschen im Stadion. Die Bierbecher aus Hartplastik treffen meist die eigenen Fans, sei es im Block oder die Rollstuhlfahrer an der Bande.

Unions Position als Vorkämpfer für Fanrechte in Gefahr

An Dummheit kaum zu übertreffen sind sie aber wegen ihrer katastrophalen Außenwirkung. Union gilt als Verein, der für Fanrechte eintritt und das transportierte Bild von Fußballfans als marodierende Horden zurechtrücken möchte. Dafür nimmt es die Klubführung um Präsident Dirk Zingler auch mit der Polizei und Sicherheitspolitikern auf.

Zuletzt bewiesen vor gut einer Woche, als ein überzogener Einsatz der Bundespolizei scharf kritisiert wurde. Die Bilder von Becherwürfen untergraben Unions Position beim DFB und sind nur Wasser auf die Mühlen der Skeptiker in der Debatte um Sicherheit im Fußball. Union versucht nun alles, die Becherwerfer zu erwischen.