Rückkehr

Unions Terodde will in Köln zum Partyschreck werden

Unions Stürmer Simon Terodde kehrt mit viel Selbstvertrauen an seine alte Arbeitsstätte zurück. Das sah vor wenigen Wochen noch ein wenig anders aus. Den Wechsel nach Berlin hat er dennoch nie bereut.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Der 1. FC Köln wird das Spitzenspiel in der Zweiten Liga am Montag (20.15 Uhr, Sport1 und Sky) doch wohl nicht auf die leichte Schulter nehmen? Es sieht jedenfalls so aus, als würde der Spitzenreiter im Duell mit dem Tabellenzweiten 1. FC Union bereits eine Woche vor dem offiziellen Beginn der Karnevalszeit eine große Party planen.

Gegen die Köpenicker wird die Geißbock-Elf deshalb im neuen Karnevalsoutfit auflaufen, die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat bereits grünes Licht für das sogenannte „Fastelovend“-Trikot gegeben. Neben dem Stadtwappen auf der Brust ist im Kragen das aktuelle Karnevals-Motto eingestickt: Zokunf – mer spingkse wat kütt, Zukunft – wir schauen mal, was kommt.

Es wird eine Berliner Mannschaft voller Selbstvertrauen kommen. Und in vorderster Front: Simon Terodde. Der 25-Jährige kehrt an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Es wird eine Rückkehr ohne Groll. Im Gegenteil, noch heute spricht er von seinem Wechsel zunächst auf Leihbasis aus dem Rheinland in die Wuhlheide von der „besten Entscheidung“ und dem „Besten, was mir passieren konnte“. Das war 2011.

Vertrag bei Union bis 2015

Und als sich beide Vereine ein Jahr später darauf einigten, den Stürmer fest zu Union zu transferieren und die Berliner ihn mit einem Vertrag bis 2015 ausstatteten, war sein Glück perfekt. „Ich war ja in meinem ersten Union-Jahr auch lange verletzt, so dass es keinen Grund für Köln gab, mich zurückzuholen. Somit war der logische Schritt, hier zu bleiben und den Vertrag zu verlängern.“ Zumal die Konkurrenz mit Nationalspieler Lukas Podolski und Milivoje Novakovic einfach zu groß gewesen ist.

Dass er sich dennoch auf die Partie eventuell mehr freut als seine Teamkollegen, ist nachvollziehbar. Familie und Freunde des gebürtigen Bocholters werden im Stadion sein. Nur eine Handvoll im Vergleich zu jenen 50.000 Zuschauern, die am Montagabend erwartet werden und in der Mehrzahl den Kölnern die Daumen drücken werden.

Keine Frage, wenn jemand weiß, was auf die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus zukommen wird, dann ist es Terodde. Die Atmosphäre „kenne ich noch aus meiner Zeit, in der ich im Kölner Amateurteam gespielt habe und die Spiele der Profis oft von der Tribüne aus mitverfolgt habe“, erinnert sich Terodde. Und als er schließlich in den Profikader aufrückte und zumindest auf der Ersatzbank Platz nehmen durfte, „war es schon ein anderes Gefühl, als wenn du vor 200 Fans spielst“, so der Angreifer.

Fangesänge machen Terodde nicht mehr nervös

Inzwischen hat er sich an solch stimmungsvolle Kulissen jedoch gewöhnt. „Bestimmte Fangesänge bekommt man schon mit. Ich will jetzt aber nicht sagen, dass ich dadurch nervöser werde.“ Stattdessen will er dafür sorgen, dass der Gegner samt Anhang nervös wird.

Zwar sagte Terodde über seinen ehemaligen Arbeitgeber: „Ich denke, seit zwei Jahren wird in Köln richtig seriös gearbeitet. Es wurde eine junge Mannschaft aufgebaut, hinter der die Fans nun stehen. Köln wird sich auch auf seine Fans verlassen können.“ Wie Union auf die seinen. Aber: „Wir werden sicherlich keinen Angsthasenfußball spielen und entsprechend selbstbewusst auftreten.“

Dass Terodde selbst wieder mit breiter Brust vorangehen kann, war vor wenigen Wochen nur ein Wunschdenken. Teamkollege Adam Nemec hatte den einzigen Platz ganz vorne im 4-2-3-1-System fest in der Hand. Der Umschwung zu seinen Gunsten kam in der Pokalwoche Ende September. Terodde („Ich habe mich nie hängen lassen“) lieferte beim 1:0 in Osnabrück ein gutes Pokalspiel ab, anderthalb Wochen später hatte er Nemec im Angriff abgelöst.

„Wir sind gefestigter“, sagte Terodde über die neue Qualität der Unioner. Gerade Ende September, als das Team nach dem Sieg in Osnabrück und vor dem Paderborn-Spiel (3:0) zusammen geblieben ist, „sind wir noch einmal enger zusammengerückt“. Diese neue Mannschaftsstärke soll der 1. FC Köln am Montagabend zu spüren bekommen, trotz der geplanten Karnevalsparty.