Teil zwei der Ost-Wochen steht für den 1. FC Union vor der Tür. Neun Tage nach dem Gastspiel in Cottbus (0:0) ist am Sonntag Erzgebirge Aue zu Gast in der Alten Försterei (13.30 Uhr, Sky). Nominell ist klar: Union, Tabellenzweiter vor diesem Spieltag, ist der Favorit. Allein schon wegen der Tatsache, dass es nach drei Wochen endlich wieder daheim um Punkte geht.

„Zu Hause ist es immer besonders schön“, sagte zum Beispiel Baris Özbek. Der Mittelfeldspieler weiß, „dass das Derby nicht leicht wird, aber wir sind heiß drauf“. Eine Frage, die Uwe Neuhaus noch zu klären hat, ist: Lässt er Özbek wieder in der Startelf ran oder muss Unions Nummer 8 wieder zunächst auf die Bank?

„Es gibt keinen großen Grund, um die Mannschaft zu verändern. Die Frage ist, ob wir Kohlmanns Offensivstärke gegen Aue wieder einsetzen und dadurch die Mannschaft wieder ein klein wenig umbauen“, ließ der Coach am Freitag durchblicken. Soll heißen: Kehrt Kohlmann auf die linke Abwehrseite zurück, rückt Michael Parensen wieder ins defensive Mittelfeld – und Özbek auf die Bank. Man nennt es Luxusproblem.

Trotz Eggimanns Rückkehr kein Handlungsbedarf

Gleiches gilt für die Innenverteidigung. Mario Eggimann, nach seinem Bandscheibenvorfall zunächst in Cottbus 90 Minuten auf der Bank, „hat die vergangene Woche genutzt, um deutlich besser zu trainieren“, erklärte Neuhaus.

Dennoch sieht er nach vier Pflichtspielen in Folge ohne Gegentor keinen Handlungsbedarf. „Das wäre den anderen gegenüber nicht korrekt. Selbst wenn es einen Mario Eggimann betrifft, der in die Mannschaft kommen könnte und ja auch nicht irgendjemand ist“, sagte Neuhaus.

In Aue wäre man derweil froh, wenn man sich lediglich mit solchen Kleinigkeiten rumplagen müsste. Denn auch wenn Aue mit 15 Punkten aus elf Partien bislang eine passable Saison spielt, stehen vor allem Personalprobleme im Vordergrund. So musste Aue-Coach Falko Götz während der Vorbereitung immer wieder auf Fabian Müller (Knöchelbeschwerden im rechten Fuß) und Solomon Okoronkwo (Hüftprobleme) verzichten, ganz zu schweigen von den Rekonvaleszenten Kevin Schlitte, Ivan Gonzalez, Tobias Nickenig, Arvydas Novikovas. „Da kann einfach noch keine Spielfitness da sein“, sagte Götz. Oliver Schröder (Kreuzbandriss) wird ebenso fehlen wie Nils Miatke (Gelbsperre).

Aue kommt mit mehr als 1000 Fans in die Alte Försterei

Lediglich Thomas Paulus wird nach seinem Außenbandanriss im Sprunggelenk wieder in den Kader zurückkehren. Für mehr als einen Teileinsatz wird es jedoch noch nicht reichen. „Wir würden ihm sicher keinen Gefallen tun, ihn von Anfang an spielen zu lassen“, verdeutlichte Götz. Mittelfeldspieler Kevin Pezzoni wird hingegen nach langer Zeit wieder auflaufen können. „Er kann jetzt zeigen, was er drauf hat“, sagte Götz.

Der Rahmen wird eines Ost-Derby jedenfalls würdig sein. Mehr als 20.000 Zuschauer werden in der Alten Försterei erwartet, mehr als 1000 Fans werden aus Aue anreisen.