Lieblingsgegner

Union-Kapitän Mattuschka freut sich schon auf St. Pauli

Zwei Spiele in der vergangenen Saison machten Torsten Mattuschka zum König von St. Pauli. Nun kommt es in der Alten Försterei zum erneuten Duell. Für den Union-Kapitän genau zum richtigen Zeitpunkt.

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Es war zum Ende der vergangenen Saison, als Uwe Neuhaus, der Trainer des 1. FC Union, folgendes über seinen Kapitän wissen ließ: Sollte Torsten Mattuschka in der Saison 2013/14 eine ähnliche Quote erreichen wie in der Spielzeit zuvor, dann könne man die Gedanken über ein weiteres Jahr des Mittelfeldspielers an der Alten Försterei schnell als erledigt betrachten.

Wirklich voran gekommen ist man beim Berliner Fußball-Zweitligisten mit der Entscheidung noch nicht, ob Mattuschka nochmals ein Jahr dranhängen kann. Dafür war der Start einfach zu holprig. „Die ersten beiden Spiele waren ja nicht so gut“, gibt sich Tusche selbstkritisch.

Immerhin hat er es seitdem auf einen Treffer und drei Vorlagen gebracht. Und nun steht auch noch das Duell mit dem FC St. Pauli bevor (Sonnabend, 13 Uhr, Alte Försterei), wodurch die Wahrscheinlichkeit, dass Mattuschkas Formkurve weiter nach oben geht, größer geworden ist.

Drei Tore, zwei Assists gegen die Hamburger in der Vorsaison

Die Hamburger sind so etwas wie der Lieblingsgegner des gebürtigen Cottbusers. „Gerade in der vergangenen Saison waren die Spiele für mich sehr erfolgreich“, erklärte der 32-Jährige. Zwei herrliche Treffer beim 2:2 im Hinspiel am Millerntor, ein Tor, zwei Assists und eine überragende Leistung beim 4:2 im Rückspiel haben Mattuschka zum König von St. Pauli werden lassen. „Spiele gegen St. Pauli machen nicht nur mir, sondern der gesamten Mannschaft Spaß“, sagte Mattuschka.

Stimmungsvolle Spiele wie gegen die Hamburger Kiezkicker sind es, die Mattuschka braucht, um seine beste Leistung abrufen zu können. Und gerade in dieser, seiner neunten Saison bei Union, wird er Auftritte, wie er sie gegen St. Pauli hingelegt hat, mehr denn je brauchen, will er seine Dekade als Spieler bei den Köpenickern vollenden.

Mattuschka jedenfalls ist gewillt, Union noch lange erhalten zu bleiben: „Wenn es nach mir geht, dann so lange die Beine mich tragen.“ Dass er mit fast 33 Jahren mehr tun muss als jüngere Spieler, ist ihm bewusst. Nie ging er fitter in eine Saison als in diesem Sommer. „Dabei habe ich nicht wirklich etwas verändert in meiner Vorbereitung“, erklärte der Mittelfeldmann.

Die Messlatte selbst hoch gelegt

Keine Frage, Torsten Mattuschka steht in dieser Saison dermaßen im Blickpunkt wie noch nie bei Union. Und je früher er richtig in Schwung kommt, desto besser. Die Messlatte hat er selbst hoch gelegt, dank einer ausgezeichneten Vorsaison. So gelangen Unions Nummer 17 in 2012/13 immerhin zehn Tore und zwölf Vorlagen.

Und wenn es nun schon nicht mit Freistoßtoren klappt, soll wenigstens die eine oder andere Vorbereitung glücken. „Deshalb spiele ich ja auch so viele Standards, um die Tore vorzubereiten“, so Mattuschka.

Und was sagt der Trainer? „Wenn ich über die Quote aus dem letzten Jahr rede, muss ich jetzt auch bis zum 34. Spieltag warten. Also habe ich noch Zeit“, so Neuhaus. Außerdem hätte sein Spieler selbst gesagt, „dass er nur in drei von fünf Partien gut gespielt hat“.

Eine kleine, sprachliche Unsauberkeit des Trainers, die der Kapitän umgehend richtigstellen wollte. Also flachste Mattuschka: „Ich habe nur gesagt, dass ich zwei Spiele schlecht gespielt habe.“ Darauf frotzelte Neuhaus zurück: „Das macht deine Situation aber auch nicht besser.“ Ein Glück, dass nun St. Pauli kommt.