Zweite Liga

Mattuschka bleibt Union-Kapitän und träumt vom Aufstieg

Torsten Mattuschka wird Berlins Fußball-Zweitligisten 1. FC Union auch in der kommenden Saison als Kapitän auf das Feld führen. Der 32-Jährige wurde vom Trainer zum Spielführer bestimmt.

Foto: Annegret Hilse / pa/Annegret Hils

Locker lehnt Torsten Mattuschka am Eingangstor. Hinter ihm ragt die fast fertige neue Tribüne des Stadions An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick empor, vor ihm liegt das Wäldchen, durch das er schon unzählige Runden hat laufen müssen.

Fit sieht er aus, fitter als oftmals zum vergleichbaren Stand einer Saisonvorbereitung. „Ich fühle mich auch gut“, sagt der Fußballprofi des 1. FC Union. Er hat allen Grund dazu.

Schließlich wurde er am Sonnabend vor der Vormittagseinheit von Trainer Uwe Neuhaus als Kapitän des Zweitligisten bestätigt. Zudem wählten die Spieler auch ihren Mannschaftsrat, der sich nun aus Mattuschka, dem neuen Vize-Kapitän Mario Eggimann, Fabian Schönheim, Michael Parensen und Patrick Kohlmann zusammensetzt; Christian Stuff ist Kassenwart.

Schweizer Zugang als Stellvertreter

„Es ist mir eine Ehre“, sagte Eggimann, „denn der Rat ist von der Mannschaft gewählt.“ Dass der Schweizer Zugang sein Stellvertreter wird, überrascht Mattuschka nicht: „Er wurde ja auch verpflichtet, um Führungsspieler zu sein. Und es hat ihn gestärkt, dass er in der Mannschaft schon nach zwei, drei Wochen so angesehen ist. Es tut einem neuen Spieler immer gut, wenn er gleich diese Rückendeckung erhält.“

Gleiches hätte „Tusche“ auch über sich sagen können. Denn die Entscheidung des Coaches hat die Position des Publikumslieblings, dessen Vertrag nur bis zum Saisonende verlängert wurde, innerhalb der Mannschaft noch einmal gefestigt. „Ich bin mit seiner Arbeit zufrieden und hoffe, dass dieses Jahr die Zusammenarbeit mindestens genau so gut wird“, sagte Trainer Neuhaus.

Mattuschka ist dazu jedenfalls bereit. „Ich werde meine Form und meinen Fittnesszustand so lange ausnutzen, wie es geht. Dafür muss ich mehr tun als andere, und das mache ich auch. Ich werde ja auch nicht jünger“, sagt der 32-Jährige. Und verspricht: „So lange ich merke, dass ich der Mannschaft helfen kann, werde ich alles tun, um auf dem Platz zu stehen.“

Zeit des Ausprobierens vorbei

Das wird er wohl auch am Sonntagabend tun, wenn mit Dundee United der erste echte Härtetest auf Union wartet (19 Uhr, Alte Försterei). Der Sechste der vergangenen schottischen Premier-League-Saison blickt auf glorreichere Zeiten zurück (Meister 1983, Pokalsieger 1994 und 2010, Ligapokalsieger 1980 und 1981, Uefa-Cup-Finalist 1987). Trainer Neuhaus ist sich sicher: „Der Gegner wird uns alles abverlangen. Ich denke, es wird ein guter Test.“

Eines ist klar: Mit dem Anpfiff am Sonntagabend ist die Zeit des Ausprobierens vorbei. Es geht in die letzten zwei Wochen, ehe es am 21. Juli 2013 gegen den VfL Bochum erstmals um Punkte. Es soll der Startschuss sein in eine Saison, an deren Ende ein großer Traum erfüllt werden könnte. „Natürlich wäre der Aufstieg ein Traum“, sagt auch Mattuschka.

Gerade für ihn, der noch zu jener Generation von Union-Spielern zählt, die den Aufwärtstrend des Köpenicker Klubs von der ersten Minute an miterlebt haben. „Ich bin seit der Oberliga hier. Und wenn wir es irgendwann einmal schaffen könnten, in die Bundesliga aufzusteigen, ob im nächsten Jahr oder im Jahr darauf, dann geht für jeden ein Traum in Erfüllung, vom Präsidenten bis zur Putzfrau. Ich hoffe, dass wir auf dem neuen Balkon irgendwann mit Tausenden den Aufstieg feiern können.“ Der Balkon, der beim Blick auf die neue Haupttribüne zentral gelegen ist, jenem Bauwerk, dass den Aufwärtstrend bei Union so deutlich wie kaum etwas anderes verkörpert.

Mattuschka selbst würde dann in einen elitären Kreis jener Spieler rücken, die mit einem Klub in fünf verschiedenen Ligen gespielt haben. Von der Oberliga über die Dritte Liga ins Oberhaus – das gelang bisher nur dem Düsseldorfer Andreas Lambertz. „Ich hätte nichts dagegen, wenn ich mich da einreihen könnte“, lacht Mattuschka: „Unser Vorteil könnte sein, dass wir nicht aufsteigen müssen, anders als Köln oder Kaiserslautern, die den Druck haben. Es können viele Mannschaften mitmischen, und wir hoffen, dass wir dabei sein können.“