Fußball

Für Pechvogel Gallegos endet seine Zeit in Köpenick

Felipe Gallegos hatte erst kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu. Der erst vor wenigen Monaten verpflichtete Chilene war von Verletzungen geplagt und erbrachte nur mäßige Leistungen.

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Wenn der 1. FC Union den MSV Duisburg am Sonntag zum letzten Heimspiel der Saison empfängt (13.30 Uhr, Alte Försterei), wird vieles so sein wie immer. Stadionsprecher Christian Arbeit wird die Mannschaftsaufstellungen verlesen, die Fans des Berliner Fußball-Zweitligisten werden jeden ihrer Spieler mit einem „Fußballgott“ begrüßen, kurz darauf laufen beide Teams auf den Platz, untermalt von der Klub-Hymne Nina Hagens.

Und doch wird die Atmosphäre eine ganz besondere sein. Schließlich werden vor dem Anpfiff jene Spieler verabschiedet, die den Verein verlassen. Christoph Menz und Patrick Zoundi zum Beispiel, auch Daniel Göhlert und die Torhüter Kilian Pruschke und Marcel Höttecke. Und wohl auch Felipe Gallegos. Für den Chilenen endet damit ein verlorenes Jahr.

„Das ist für alle unglücklich gelaufen“, sagte Union-Trainer Uwe Neuhaus. Und auch wenn die endgültige Entscheidung noch aussteht, so ließ der Coach doch schon wissen: „Es sind ja eindeutige Tendenzen zu erkennen.“ Soll heißen: Union wird die Option für den Vertrag bis 2016, der bereits im Zuge des im Sommer vergangenen Jahres besiegelten Ausleihgeschäfts ausgehandelt wurde, nicht ziehen.

Wenn es einen Union-Profi gibt, der in der zu Ende gehenden Spielzeit als Pechvogel bezeichnet werden kann, dass ist es Felipe Gallegos. Erst im Sommer vergangenen Jahres war der inzwischen 21-Jährige von Universidad de Chile an die Alte Försterei gewechselt. Er sollte jene Lücke füllen, die Chinedu Ede (zum Bundesligisten FSV Mainz 05) hinterlassen hatte.

Unglücksrabe Gallegos

Nachdem er erst wenige Tage vor dem ersten Saisonspiel verpflichtet worden war, durfte Gallegos gleich in Sandhausen (0:2) und im Lokalderby gegen Hertha BSC (1:1) ran. Jene insgesamt 70 Zweitliga-Minuten plus 56 DFB-Pokal-Minuten bei Rot-Weiss Essen (1:0 n. Verl.) sollten seine einzigen im Union-Trikot bleiben.

Denn erst setzte ihn Anfang September ein Muskelfaserriss außer Gefecht, dann brach er sich den Mittelfuß beim Waldlauf. Co-Trainer Andre Hofschneider musste ihn damals huckepack in die Kabine tragen.

Doch damit nicht genug. Gleich in der ersten Einheit des Wintertrainingslagers im spanischen Huelva zog sich Gallegos nach einem Zusammenprall eine Gehirnerschütterung samt Nasenbeinbruch zu. Dabei wollte er jene Tage in Andalusien doch endlich nutzen, um noch einmal richtig anzugreifen. Das Vorhaben misslang.

„Zuletzt hat er ja öfter in der zweiten Mannschaft gespielt“, erklärte Trainer Neuhaus. Doch die Auftritte in der Regionalliga-Mannschaft waren offenbar nicht derart beeindruckend, dass sich Gallegos als Alternative hat aufdrängen können. Zumal ihm mit Björn Jopek ein Union-Eigengewächs, auf das Neuhaus nur sehr ungern verzichtet, den erhofften Platz links im Mittelfeld weggeschnappt hatte.

„Gallegos hat auch in der Regionalliga nicht die überragenden Leistungen gebracht, die ihn wieder näher an den Profi-Kader herangebracht hätten“, sagte Neuhaus. Selbst in den vergangenen Wochen, in denen Union spielerisch enttäuschte, war Gallegos keine Option. Sein Wunsch, „mit meiner Familie in Berlin bleiben zu können“, wird sich nicht erfüllen.