Da staunte sogar Torsten Mattuschka nicht schlecht. Seit August 2005 spielt er für den 1. FC Union, trug seitdem in 257 Spielen das Trikot der Köpenicker Kicker. Doch die schwarze Serie gegen 1860 München, die mit dem Zweitliga-Aufstieg 2009 begann, verblüffte selbst den Kapitän. „Ich wusste nicht, dass wir noch kein Spiel gegen 1860 gewonnen haben“, sagte Mattuschka. Am Sonntag (13.30 Uhr, Sky) wartet in der bayerischen Landeshauptstadt nun das achte Duell. Die Bilanz soweit: zwei Unentschieden und fünf Niederlagen.

„Bei mir kommen sogar noch zwei Spiele mit Rot-Weiss Essen hinzu“, sagte Trainer Uwe Neuhaus. Macht eine Ausbeute von drei Remis und sechs Pleiten für den Übungsleiter gegen die Münchner Löwen – kein wirklicher Mutmacher, zumal die Auswärtsschwäche der Berliner in den vergangenen Wochen hinlänglich untermauert wurde.

Damit die Serie des Westfalen Neuhaus nicht noch mehr zu einer ausgewachsenen Bayern-Allergie wird, fordert der Coach von seinen Profis vor dem Abflug gen Süden vor allem eines: „Wir müssen alle Statistiken ad acta legen.“ Leichter gesagt als getan, denn es kommt noch ernüchternder.

Nur vier Unentschieden seit 2009, aber acht Niederlagen

Bislang gastierten die Berliner in den vergangenen vier Jahren zwölfmal bei Klubs aus dem Bundesland Bayern. Zwölfmal mit der Hoffnung, siegreich nach Berlin zurückzukehren, zwölfmal gab es mehr oder weniger lange Gesichter. Ganze vier Remis brachten die Köpenicker zustande. Das soll sich nun endlich ändern.

Der Trainer jedenfalls setzt auf Entspannung. „Beide Mannschaften stehen in der Tabelle in einer Region, in der es um nichts mehr geht“, sagte Neuhaus, „das ist für beide Seiten eigentlich ein entspanntes Spiel.“ Mit Blick auf die eigene Bilanz fügte der Coach hinzu: „Wir stehen zu Recht dort, wo wir momentan stehen. Damit müssen wir uns abfinden.“

Union ging als Siebter in den 32. Spieltag, die Münchner als Sechster, beide in dem Wissen, dass sie es verpasst haben, besser dazustehen. Sowohl Union als auch 1860 haben es geschafft, „in wichtigen Spielen keinen Sieg einzufahren“, so Neuhaus.

München ist in dieser Saison äußerst heimschwach

Vielleicht hilft ja ein Blick auf die Statistik der Gastgeber. Nur vier Heimsiege haben die Münchner in bislang 15 Partien zustande gebracht. „Wir wollen mit aller Macht dieses Spiel gewinnen, die Mannschaft ist auch genervt, dass es zuhause nicht so geklappt hat“, betonte 1860-Trainer Alexander Schmidt.

Union hilft das wenig weiter. Erst recht vor einem Spiel, in dem man eigentlich befreit aufspielen könnte und doch einen Rucksack voller Wiedergutmachungsforderungen mit sich schleppen muss. „Wir werden alles versuchen, die drei Punkte zu holen“, versprach Neuhaus. Schon um seine eigene Bayern-Allergie endlich ein wenig lindern zu können.