Torsten Mattuschka versuchte es mit Humor. „Er saß im Auto auf einmal neben mir, da habe ich mich richtig erschrocken“, sagte der Kapitän des 1. FC Union: „Er ist sogar einmal bis zur Eckfahne mitgerannt, bis er gemerkt hat, dass ich die Ecke schieße.“

Die Leichtigkeit, mit der Mattuschka seine Manndeckung durch den Dresdener Denis Streker kommentierte („Das habe ich so noch nie erlebt“), geht ihm und der Mannschaft des Fußball-Zweitligisten während der 90 Minuten derzeit ab, wie nicht nur am Freitag beim 0:0 gegen Dynamo Dresden zu beobachten war.

Die Schwächephase mit drei Spielen ohne Sieg trat just in dem Moment ein, als die Köpenicker Relegationsplatz drei aus den Augen verloren haben. Da auch nach unten keine Gefahr besteht – fehlt Union nun die Motivation auf der Zielgeraden der Saison?

„Niemand sagt: Jetzt ist doch eh alles vorbei“

„Auf keinen Fall“, sagte Mattuschka, „wir wollen die Spiele ja trotzdem gewinnen, für uns, die Fans und den Verein. Es geht nie einer auf den Platz und sagt: Jetzt ist doch eh alles vorbei. Das wäre das Schlimmste, das wir machen könnten.“

Abwehrmann Fabian Schönheim schlug in die gleiche Kerbe: „Das Saisonziel ist ja mit Platz fünf bis sieben gesetzt. Dass die Luft raus ist, kann ich nicht bestätigen.“ Die gezeigten Leistungen in den Spielen beim FSV Frankfurt (0:3), SC Paderborn (1:1) und nun gegen Dresden (0:0) sprechen eine andere Sprache.

Baris Özbek hat für den Leistungsabfall folgende Erklärung parat: „Vielleicht wurde uns im Frankfurt-Spiel ein wenig das Selbstbewusstsein genommen. Ich meine, wir sind keine Mannschaft, die man einfach so 0:3 abfertigt, und schon gar nicht in Frankfurt, bei allem Respekt.“

Immer einen Schritt zu spät

Der Mittelfeldspieler hat eine große Diskrepanz zwischen Trainingseinheiten und Spielen festgestellt. „In Paderborn war das auch schon so eine Sache. Da waren wir immer einen Schritt zu spät. Dabei trainieren wir so gut, geben Gas, doch am Wochenende fehlt etwas.“

Schon heute kann Union wieder auf Rang neun abrutschen. Was auch finanzielle Auswirkungen hat. Denn jeder Platz, den die Köpenicker abrutschen, macht am Ende rund 300.000 Euro weniger aus dem Fernsehgeld-Topf aus.

„Fakt ist aber auch, dass sich die Gegner auf uns einstellen. Keine Mannschaft kommt mehr in die Alte Försterei und versucht, mit uns mitzuspielen, außer Hertha BSC, Kaiserslautern und Köln vielleicht“, erklärte Mattuschka. Und prophezeite: „Wenn wir wieder ein Spiel gewinnen, dann wird auch die Leichtigkeit wiederkommen.“ Die nächste Gelegenheit bietet sich dafür am kommenden Freitag beim VfR Aalen.