Ostderby

Union muss gegen Dynamo Dresden den Abwärtstrend stoppen

Der Zweitligist muss das Ostderby unbedingt gewinnen, um sein Saisonziel nicht aus den Augen zu verlieren. Doch auch die Sachsen brauchen jeden Punkt, um nicht wieder in die Abstiegszone zu rutschen.

Foto: Thomas Eisenhuth / pa/dpa

Wie sehr zwei Spiele die Sichtweise doch verändern können. Druck, das Saisonziel erreichen zu müssen, spüre er nicht, hatte Uwe Neuhaus gesagt. „Dass wir das Ziel erreichen können, hat die Mannschaft bewiesen“, fügte der Trainer des 1. FC Union hinzu.

Das war vor den beiden Auswärtsspielen beim FSV Frankfurt (0:3) und in Paderborn (1:1) gewesen, die Seinigen lagen damals auf Rang fünf. Nun, da die Köpenicker als Tabellenachter die anvisierten Plätze fünf bis sieben aus den Augen zu verlieren drohen, meinte der Trainer: „Es geht auch um das Erreichen des Saisonziels.“ Keine Frage, im Ostderby am Freitag gegen Dynamo Dresden (18 Uhr, Alte Försterei) zählt für die Berliner nur ein Sieg.

Die Sorge, dass der Abwärtstrend anhalten könnte, wird einzig und allein durch das Vertrauen in die eigene Heimstärke gemildert. „Doch wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass wir zu Hause stärker sind als auswärts“, mahnte der Coach. Der Druck, gegen Dresden gewinnen zu müssen, ist fraglos da.

Wieder sind die Sachsen in einer schwierigen Situation der Gegner

Und wieder sind es die Sachsen, die Union in einer schwierigen Situation fordern. Schon im Hinspiel Anfang November waren die Köpenicker zum Siegen verdammt. Verlorenes Heimspiel gegen Paderborn (0:1), Pokal-Blamage bei Drittligist Offenbach (0:2) – nur ein Erfolg in Sachsen konnte den damaligen Ligazwölften wieder auf den rechten Weg bringen. Gesagt, getan, Union gewann 2:0.

Dass man Dynamo Dresden, das heute seinen 60. Vereinsgeburtstag feiert, nun vor heimischer Kulisse erwartet, wird auch in der Mannschaft mit Wohlwollen registriert. „Wir sind zufrieden, dass wir wieder zu Hause spielen können“, sagte Marc Pfertzel. Doch auch der Rechtsverteidiger weiß, dass die 90 Minuten gegen Dresden kein Selbstläufer werden. „Man darf nicht vergessen, es ist ein Derby, und das ist immer schwer“, so der Franzose.

Zumal es den Dresdnern ähnlich geht wie Union, wenn auch vor einem ernsteren Hintergrund. Auch Dynamo benötigt dringend einen Erfolg, um weiter Luft zwischen sich und die Abstiegsplätze zu bringen. Ansonsten droht der Rückfall auf Relegationsplatz 16, den die Schwarz-Gelben erst am vergangenen Wochenende durch den Sieg gegen St. Pauli (3:2) verlassen haben.

„Sie werden um ihr Leben spielen“

„Dresden wird versuchen, sicher zu stehen, aber aufgrund der Tabellensituation werden sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, drei Punkte mitzunehmen“, glaubt Neuhaus an einen harten Fight. Pfertzel sieht es sogar noch drastischer: „Sie werden um ihr Leben spielen.“

Dass die Startelf ausgerechnet vor dem brisanten Ostderby umgebaut werden muss, ist dabei sicher kein Vorteil. Wer für den Gelb-Rot-gesperrten Patrick Kohlmann auf die linke Abwehrseite rücken wird, ließ der Trainer jedoch noch offen. Gut möglich, dass Björn Kopplin diesen Part übernimmt und Pfertzel für ihn rechts verteidigt. Auch Fabian Schönheim könnte vom Defensivzentrum nach außen rücken. Christian Stuff und Roberto Puncec würden dann die Innenverteidigung bilden.

An der Marschroute für das Ostderby ändert dies für Union letztlich aber nichts. „Wir sind aufgerufen, offensiv zu spielen“, forderte Neuhaus. Um das gesteckte Saisonziel nicht doch noch aus den Augen zu verlieren.