Außerhalb des Platzes droht Dynamo Dresden eine drastische Strafe vom Deutschen Fußball-Bund, sportlich der Absturz ans Tabellenende der 2. Bundesliga. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg kassierte die Mannschaft von Trainer Ralf Loose am Sonntag mit dem 0:2 (0:1) gegen den 1. FC Union Berlin bereits die vierte Heimniederlage und die siebte Pleite im zwölften Spiel insgesamt. Durch die Niederlage haben die Schwarz-Gelben bereits sechs Punkte Rückstand zum gesicherten Mittelfeld und stehen mit neun Punkten nur dank der besseren Tordifferenz noch nicht auf einem Abstiegsplatz. Allerdings ist das Tabellen-Ende nur noch einen Zähler entfernt.

„So darf man im Abstiegskampf nicht spielen, das ist Profifußball. Und da muss muss man, wenn der Gegner nur eine Spitze aufbietet, diese auch eng bewachen. Eigentlich ist er ja ein Innen – bzw. Außenverteidiger, der die beiden Treffer erzielt hat“, meinte Loose zum Torschützen Fabian Schönheim, der den ersten Doppelpack seiner Karriere schaffte. „Einmal konnte ich einen schön vollenden, einmal musste ich nur den Fuß hinhalten. Großes Lob an die Mannschaft. ‚Einer für alle, alle für Einen‘ war unser Motto heute, das hat man wohl auch gesehen“, sagte der Torschütze.

Union rehabilitiert sich ein wenig für Pokal-Aus

Dieser war Garant für den ersten Auswärtssieg der Unioner seit dem 16. März 2012 (3:1 in Aachen). Schönheim sorgte mit seinen beiden Treffern in der 14. und 54. Minute dafür, dass die Berliner das Ost-Duell bei Dynamo Dresden klar mit für sich entschieden. Vor 29.452 Zuschauern im ausverkauften Stadion rehabilitierte sich die Elf von Trainer Uwe Neuhaus dabei etwas für das Pokalausscheiden in der Woche bei Drittligist Kickers Offenbach.

Dresdens Coach Loose ließ zum ersten Mal in dieser Saison mit einer Doppelspitze spielen. Neben Mickael Poté lief der Franzose Lynel Kitambala im Sturm auf. Dresden begann druckvoll und kam einige Male gefährlich vor das gegnerische Tor. Im Abschluss fehlte allerdings die letzte Konsequenz, so war der Schuss von Anthony Losilla (7. Minute) leichte Beute für Unions Tormann Daniel Haas.

Berliner spielten wesentlich effizienter

Die Berliner spielten wesentlich effizienter als die Hausherren, denn mit dem zweiten Angriff ging Union mit 1:0 in Führung. Nach einem Missverständnis zwischen Romain Brégerie und Cheikh Guye im eigenen Strafraum nutzte Schönheim den Fauxpas und erzielte die Führung. Danach fiel Dresden kaum noch Kreatives im Spie l nach vorn ein. Die Mannschaft zeigte sich verunsichert und offenbarte zum wiederholten Male Schwächen in der Ballbeherrschung und dem Pass-Spiel.

In der zweiten Hälfte konnte Dresden den Schalter nicht umlegen, Union nutzte die sich bietenden Räume und stand selbst kompakt und sicher in der Defensive. Erneut Schönheim war es, der in der 54. Minute einen herrlichen Konter zum 2:0 vollendete und somit den ersten Auswärtssieg von Union seit fast acht Monaten perfekt machte.

„Friedliche und sportbetonte” Lage

Die Dresdener Polizei zog eine positive Bilanz Die Lage sei „friedlich und sportbetont“ gewesen, hieß es in einer Mitteilung der Polizei nach der Abreise von etwa 2600 Gästefans aus Berlin. Bundespolizisten stellten fünf vermummte Fans fest, drei weitere beleidigten Beamte. Für diese acht Dresden-Besucher war der Fußballtag vorzeitig zu Ende, sie kamen vorübergehend in Gewahrsam. Die Polizei teilte weiter mit, dass die Anhänger des Gästeteams mit einem sogenannten Fanbrief auf die Regeln hingewiesen worden seien. Rund 770 sächsische Polizisten seien im Einsatz gewesen, außerdem sicherten etwa 470 Beamte der Bundespolizei die An- und Abreise mit der Bahn ab. 29 000 Zuschauer erlebten das Spiel. dpa/alu