Zweite Liga

1. FC Union Berlin ist wieder angriffslustig

Der Sturm der Eisernen hat rechtzeitig vor dem Spiel in Sandhausen seine Torflaute beendet – dank Teroddes Treffer im Pokalspiel.

Foto: City-Press

Simon Terodde ist derzeit für einen lockeren Spruch zu haben. „Wir fahren dahin, hauen die weg und fahren wieder nach Hause“, hatte der Stürmer des 1. FC Union vor dem Pokalspiel in Essen gesagt. Nun, weggehauen hat Berlins Zweitligist den viertklassigen Konkurrenten nicht wirklich, aber es war Terodde selbst, der mit seinem Siegtreffer seiner Prognose Gültigkeit verlieh. Auftrag ausgeführt. Mit Blick auf das bevorstehende Liga-Spiel beim SV Sandhauen am Freitag (18 Uhr) im Hardtwaldstadion hat der 24-Jährige seine Philosophie auch schon parat. „Wir müssen das Spiel durchziehen, und dann kommen wir mit drei Punkten wieder nach Hause“, sagte Terodde am Mittwoch. Man muss sich ja schließlich Ziele setzen.

Wie kein anderer an der Alten Försterei verkörpert Unions Nummer 11 derzeit die neue Angriffslust bei den Köpenickern. Durchaus nachvollziehbar, hat sein eminent wichtiger Treffer im Pokal doch nicht nur seine eigene Torflaute in dieser Saison, sondern auch die der gesamten Abteilung Attacke beendet.

„Von mir aus hätte auch unser Torwart Daniel Hass das Tor machen können. Wer trifft, ist mir absolut egal“, gibt Terodde den Teamplayer. Und doch kann sein Treffer, vor allem dessen Art und Zeitpunkt, der Brustlöser sein für die kommenden Wochen. Für ihn wie für seine Sturmkollegen. Silvio zum Beispiel. Der Brasilianer hat bislang immer noch keinen richtigen Zugang in diese Spielzeit gefunden. Sicherlich hatte er schon allein auf Grund seiner technischen Fähigkeiten immer wieder gute Szenen. Doch auch für ihn gilt: Stürmer werden an Toren gemessen. Und da steht für Silvio nach zwei Ligaeinsätzen und dem Pokalspiel noch die Null. Nicht viel für jemanden, der sich vorgenommen hat, im zweiten Jahr bei Union die Marke von zehn Toren zu knacken. Für ihn heißt es: In jeder Sekunde an die Chance zu glauben und sie auch konsequent zu nutzen.

Das gilt übrigens auch für Adam Nemec, Unions Stürmer Nummer drei. Der Slowake ist bislang noch den Nachweis schuldig geblieben, warum ihn Trainer Uwe Neuhaus unbedingt nach Berlin holen wollte. In seinen Teileinsätzen wirkte der wuchtige Angreifer wie ein Schatten seiner selbst. „Ich hatte sogar überlegt, ihn für das Pokalspiel ganz aus dem Kader zu streichen, damit er weiter an sich arbeiten kann“, erklärte Neuhaus. Nemec kam erst zu Union, als der Klub die Arbeit im physischen Bereich bereits abgeschlossen hatte. Dieses Defizit schleppt der Ex-Bundesligaspieler des 1. FC Kaiserslautern immer noch mit sich herum. Das Beispiel Terodde dürfte für ihn eine Extra-Portion Motivation bedeuten, um in den Kampf um die Stammplätze eingreifen zu können. Nemecs Maxime: „Ob ich eins, fünf oder zwanzig Tore schieße, ist egal. Wichtig ist nur, dass der Verein Erfolg hat.“

Den braucht er nach dem Unentschieden von Kaiserslautern (3:3) und dem 0:1 gegen Eintracht Braunschweig nun dringender denn je. Die Aufgabe, dafür zu sorgen, dürfte wieder dem Duo Simon Terodde und Silvio zufallen. Beide sind derzeit in der Anfangsformation gesetzt. Sollte sich der Coach allerdings entschließen, es nur mit einem Angreifer versuchen zu wollen, dann dürfte Terodde nicht nur wegen seines Treffers am Montagabend die Nase vorn haben.

Silvio war es im Übrigen, der vor dem Essen-Auftritt zu verstehen gab: „Die Stürmer werden schon im richtigen Moment das Tor treffen.“ Der nächste richtige Moment ist Freitagabend im Hardtwaldstadion.